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Die erste halbe Stunde lässt vermuten, dass dies ein reiner Marathon an frauenfeindlicher Gewaltpornografie made in Japan werden wird. Aber dann stoppt die Gewaltdarstellung abrupt und die dünne Handlung kommt langsam zur Geltung. Es wird sogar ansatzweise spannend, weil man erstens mit den beiden sehr gegensätzlichen Flüchtlingen - einem misshandelten weiblichen Opfer und einem sich schuldig fühlenden, ehemaligen Peiniger - etwas anfangen kann und zweitens weil die lange Verfolgungsjagd bedrückend und realistisch in Szene gesetzt wurde. Doch dann folgt nicht etwa ein naives Vergeltungsgemetzel, sondern bloß ein absolut nihilistischstes und ernüchterndes Ende. Folglich ist FEMALE MARKET eine kleine Überraschung: Ein Foltersex-Schmuddelstreifen mit einer ungewohnten Wendung und guten dramatischen Ansätzen in der zweiten Hälfte. Richtig gut ist er dennoch nicht.