"Meine Braut, ihr Vater und ich" schwimmt nicht wie die meisten Komödien der letzten Zeit im Fahrtwasser der Geschmacklosigkeit wie z.b. "American Pie", "Harte Jungs" oder auch "Verrückt nach Mary", auch wenn letzterer trotzdem zu den besseren seines Genres gehört. Als ich mir "Meine Braut, ihr Vater und ich" angeschaut habe, hauptsächlich war mein Lieblingsschauspieler, Robert de Niro, der Grund des Ansehens, war ich doch ziemlich schnell überrascht, dass es ja eigentlich eine recht sympathische Komödie ist. Doch in der Mitte wird die Komödie für den Zuschauer, der Ben Stiller zu Anfang des Werk liebgewinnt, zum absoluten Horrorfilm. Ein richtiger Filmgucker identifiziert sich meistens mit der Hauptperson und genau das macht es dann zum Horror für den Zuschauer. Was Gregg Focker alias Ben Stiller in dem Film wiederfährt, ist nicht mehr in Worte zu fassen. Teilweise ist es noch richtig lustig, aber bei der Szene, in der Ben Stiller die Urne der Mutter von Pams (Greggs Fast-Verlobte) Vater (Robert de Niro) runterschmeißt, ist mir das Lachen echt im Hals steckengeblieben, weil mir Gregg so leid tat und wenn ich nicht in der Haut von jemandem stecken möchte, dann zählt die des Ben Stiller in dem Film zu den ersten. Manche Missgeschicke sind so peinlich, dass es wie gesagt selbst für den Zuschauer peinlich wird. Natürlich gibts ein Happy-End, Pams Vater verändert sich vom kontrollierendem Papa zum einsichtigen Familienvater, und Gregg macht Pam den Heiratsantrag. Die Schlussszene ist für mich aber dann eine der besten, die ich jemals gesehen habe, vor allem was eine Komödie angeht. Wo die meisten, wie Austin Powers, meistens auf Fortsetzung hoffen lassen, wird in "Meine Braut, ihr Vater und ich" zum Schluss genau das gezeigt, was man Gregg in dem Film garantiert nicht zugetraut hätte. Und genau das macht den Film so gut, da die Szene meines Erachtens die witzigste des Films ist. Und ein guter Witz ist nur ein Witz und auch nur ein guter, wenn die Pointe ganz zum Schluss kommt. Und so sollte es bei Komödien auch sein, und da ist dieses Werk das erste, das ich kenne, die dieses Schema erfüllt.
Abrundend ist zu sagen, man sollte den Film auf jeden Fall gesehen haben, wenn man nicht nur auf Komödien wie die obengenannten "American Pie" oder "Harte Jungs" steht.