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Dies ist wohl eine der wohl am meisten missverstandenen Komödien der letzten Jahre. Der Trailer nämlich, verkauft das ganze als dummes Witzpaket. Es sind nur sehr plumpe und oberflächliche Witze in der Vorschau enthalten. So wird der Zuschauer auf diese Weise entweder angelockt, oder total abgeturnt. Schade. "Meet the Parents" hat nämlich viel mehr als hohle Gags und andere Peinlichkeiten zu bieten.

Da wäre mal die wirklich gute Besetzung. Die Produzenten scheinen wirklich etwas überlegt zu haben. Ben Stiller ist wirklich perfekt in den Rollen der mittleren Loser. Er bringt immer ein Stück Tragik in seine meist aussichtslosen Rollen. Das beste Beispiel dazu wäre sein Part in "Something about Mary", er versteht es wirklich gut das Publikum zum Lachen zu bringen, gleichzeitig aber auch gewisses Mitleid zu erregen. Deshalb ist auch seine Rolle in meet the parents sehr gelungen und komisch.

Sein Gegenpart bildet Robert de Niro, welcher sich durchaus vor lustigen Rollen nicht zu verstecken braucht. Im Gegenteil, er spielt sehr routiniert, wenn auch manchmal unfreiwillig komisch. Die Rolle des misstrauischen, zukünftigen Schwiegervaters mit CIA-Vergangenheit ist wirklich der Brüller. Aber ich muss sagen, dass das Wort Brüller nicht auf eine Komödie à la "American Pie" zutreffen muss.

Der Film enthält wirklich sehr viele komische Szenen, ohne gleich unter die Gürtellinie zu rutschen. Das ganze ist vielleicht nicht für jedermann erkennbar, doch kommen wirklich viele Seitenhiebe auf die amerikanische Gesellschaft vor. Diese sind intelligent eingesetzt und durchaus nachvollziehbar. Ein weiterer Abstecher ins Kapitel der amerikanischen Paranoia wäre zum Beispiel die Flughafenszene am Schluss. Stiller wird nämlich sofort verhaftet nach aussprechen des Wortes Bombe.

Alles in allem ist der Streifen wohl eine der besten Komödien der letzten Jahre. Die Schauspieler scheinen sichtlich Spaß am munteren Treiben zu haben. Dieses Gefühl wird Gott sei dank auch auf den Zuschauer übertragen. 9/10

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