Ehemann in spe trifft auf hassenswerten zukünftigen Schwiegervater – der Horror vieler Männer wird in „Meet the Parents“ arg überspitzt und bisweilen recht amüsant inszeniert, was dem Erfolg in den Kinos nach zu urteilen anscheinend eine ziemlich breit gefächerte Zielgruppe ansprach.
Es ist eine rundum sympathische und leicht zugängliche Komödie geworden, die allerdings zum Ende hin weit weniger überzeugen kann, als es zunächst den Anschein hat. Da wird viel Potential aufgebaut, wenn Stiller seiner Angebetenen in einer schönen Sequenz einen letztendlich leider nicht erfolgreichen Heiratsantrag vor deren Kindergartenkindern machen will und das Essen im Hause der Schwiegereltern ansteht. Zum Schmunzeln sind die sogleich eintretenden Missverständnisse zwischen Jack und dem nervösen Greg, der sich mit Beginn des Abendessens, von dem man die wohl witzigste Szene des gesamten Films leider schon aus dem Trailer kennt, immer tiefer in die Scheiße reitet. Einige Szenen gehen sogar recht tief unter die Gürtellinien, wie etwa der von Fäkalien verunreinigte Garten, aber insgesamt ist das Niveau erfreulich hoch.
Erste Ermüdungserscheinungen treten jedoch schon bald auf, da Stiller hier erneut nur seine Paraderolle als Prügelknabe aus „Verrückt nach Mary“ zum Besten gibt und nach jedem neuen Missgeschick vor Jack wie ein begossener Pudel dasteht. Immer das gleiche Schema, kaum variiert bis zum Schluss, bloß dass die Ausmaße seiner Unfälle immer katastrophalere Züge annehmen. Eine etwas fröhlichere Mine hätte Stiller gut getan, so ist man Mitleid häufig näher als einem Lachkrampf, was im angeblich „lustigstem Film des Jahres“ nicht sein sollte.
De Niro spielt den Alptraum-Schwiegervater recht überzeugend, daneben geht Teri Polo in der weiblichen Hauptrolle neben zwei Top-Stars völlig unter.
Der Schluss ist ein wenig missraten, da Jacks plötzlicher Sinneswandel logisch nicht überzeugend genug rüberkommt und das Happy End von allen Seiten nur so heraufbeschworen wird, als ob die Filmfiguren selber möglichst schnell ein versöhnliches Finale wollen.
Bleibt alles in allem eine annehmbare Komödie zu verzeichnen, die man allerdings nicht häufiger als einmal zu sehen braucht, da die besten Gags sowieso schon im Trailer preisgegeben werden und der Überraschungseffekt über weite Strecken ausbleibt.