Review

Und jetzt mal wieder eine Handvoll gepreßten Schrott...
Die dritte Runde rund um den handpüppchenhaften Alien ist eine Niete in fast allen Belangen. Höchst originell schon der Plot, der ein Hirni-Sonderkommando zum Sprengstoffräumen auf eine einsame Insel schickt. Ein folgsamer Soldat (leider auch noch die Titelrolle), eine harte Marine (mit dicken Brüsten versteht sich), ein schüchterner Nichtskönner, ein angegeilter Prolet und ein komplett weggetretener Psychopath. Klar, und die sind alle in der Armee. Andrew Divoff, der sonst Dschinns spielt, gibt hier die Kindergartenversion eines "Agenten", der natürlich Böses im Schilde führt.

Komplett ungeklärt bleibt jedoch, was der Schotter im Ganzen eigentlich soll. Anscheinend muß die Regierung ja wissen, daß da ein Alien rumstromert, so daß es etwas verwunderlich erscheint, was die sechs glorreichen Fünf da eigentlich sollen. Und als wir dann das mordlüsterne Alien am Arsch haben, wieso verabschiedet sich Divoff ohne sein Team und ohne seine Assistentin? Vielleicht braucht er keine Mitwisser, kommt zum Schluß aber mit einem neuen Sweeperteam zurück! Bombenidee!

Aber egal: von nun an geht die wilde Hetze los. Oder auch nicht.
Das Tempo bleibt gemächlich, denn wir haben wenig Logik und noch weniger Technik dabei.
Die nachfolgenden Explosionen bekommt heute jeder mittelprächtige Amateurfilmer besser hin, X-Tro bleibt ein häßliches Handpüppchen und über die "Predator"-Tarnung, die aussieht, als hätte jemand auf dem Negativ mit dem Messer rumgekratzt, wollen wir schon gar nicht sprechen.
Keiner weiß, warum dieses handliche Kerlchen große schwere Jungs einfach kleinmachen kann oder warum ihm Kugeln nichts tun.

Weitere Episoden der Sinnigkeit: da verfängt sich Dicktittie in einem klebrigen Netz (oder eine Art Spinnenweben) und das recht mühevoll, denn erstens sieht es kaum eindrucksvoll aus, noch ist es von der nötigen Klebrigkeit. Anschließend lassen unsere Jungs die Gute erst mal eine Nacht und einen Tag da drin, ohne zu suchen. Sie ächzt, sie schreit, sie wimmert.
Dann kommt X-Tro und fängt an, eine Prise an ihr rumzufoltern. Endlich, da kommt die Kavallerie.
Unser wackerer Major und sein Kollege bleiben natürlich getreulich auf 80 Fuß Entfernung und buttern eine (1!) Kugel in das Männlein, das davon nicht mal pupsen muß. Trotzdem setzt es sich ab. Und was macht Major Mütze: er gibt der Körbchengröße D den Fangschuß in den Hals.

Wer hat überhaupt Sal Landi zum Hauptdarsteller gekürt? Der Mann verfügt nur über einen Gesichtsausdruck und taugt höchstens zum Leibwächter im Hintergrund, sollte aber keinesfalls die Lippen bewegen. Hier tut er es leider und versorgt uns mit einem Off-Comment, der uns in die Sesselfalten rutschen läßt und zwar vor Lachen. Divoffs Leistung spottet auch jeder Beschreibung, besonders knuddelig aber ist Robert Culp (der Gaststar!!!), der offenbar nur eine Stunde Zeit hatte und deswegen völlig abwesend in einer Lagerhalle Landi ein paar Anweisungen gibt und keine Miene verzieht. Später telefoniert er noch mal kurz (aus derselben Lagerhalle, offenbar sein Hauptquartier) und das war's dann. Seinen Scheck möchte ich trotzdem sehen.

Am Ende gibt's sogar eine Halbwegsversöhnung und der Kleine dampft wieder ab ins All, was man allein wegen der Bombentricks gesehen haben muß. Bleibt zu hoffen, daß er uns nicht noch mal behelligt, denn diese Amateurproduktion ist niveautechnisch weit hinter der üblichen Videoware zurück. (1/10)

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