An KÖNIGREICH DER HIMMEL hatte ich alles andere als hohe Erwartungen, was klar von Vorteil für mich war. Wie erwartet, hat Ridley Scott versucht, einen zweiten GLADIATOR zu machen, was total in die Hose gegangen ist.
Die Handlung war teilweise so übertrieben weit hergeholt, dass man nur noch den Kopf schütteln konnte. Ein Beispiel: Orlando Bloom lernt eine Kampftechnik von seinem Vater, gespielt von Liam Neeson, und macht daraufhin praktisch sofort einen auf unbesiegbaren Super-Ritter (richtig Hollywood-Klischee-mäßig).
Die Kampfszenen an sich waren nicht schlecht gemacht, allerdings gab es viel zu wenige davon und die waren zu kurz - aus der Richtung hätte mehr kommen müssen. Übrigens war ich über die FSK 12 sehr überrascht, da der Film alles andere als unblutig war.
Die Einfallslosigkeit des Filmes war teilweise sehr störend, Scott hat sich nicht nur kräftig bei GLADIATOR bedient, Einflüsse aus BRAVEHEART und MUSA-THE WARRIOR waren stellenweise auch ganz deutlich zu erkennen.
Was den Film aber im Endeffekt schlechter macht, als er sein könnte, ist der Hauptdarsteller Orlando "Ich-brauche-keine-Mimik" Bloom. Wer ihn nach Hollywood gelassen hat, gehört bestraft. Schauspieler wie Jeremy Irons und Brendan Gleeson, die wesentlich glaubwürdiger waren, hätten gut von Bloom ablenken können, wenn ihre Rollen grösser gewesen wären.
Auch wenn es jetzt so erscheint, habe ich KÖNIGREICH DER HIMMEL trotz langatmiger Stellen nicht unbedigt als schlechten Film empfunden. Er hatte gute Ansätze, die leider nicht genutzt wurden. Zum einmal anschauen ist er ok, mehr leider auch nicht. Das Eintrittsgeld für das Kino hat sich nicht wirklich für mich gelohnt.