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Nach einigen eher misslungenen Filmen findet Ridley Scott anscheinend wieder auf den Erfolgsweg zurück. In „Kingdom of Heaven” beleuchtet der Regisseur die Kreuzzüge und die Schlacht Jerusalem. Hierbei sind mit Orlando Bloom, Liam Neeson und Edward Norton zwar namhafte Schauspieler mit am Start, allerdings ist nur Bloom als Hauptdarsteller wirklich präsent, die beiden anderen sind durch ihre relativ kleinen Rollen eher wenig zu sehen.

Bloom spielt einen Schmid, der seinem Vater, einem Kreuzritter, nach Jerusalem folgt und dort, nachdem Intriganten einen Krieg gegen Moslems anzetteln, zum Herrn über die Verteidigung der Stadt wird, dies natürlich mehr oder weniger wider Willen. Hinzu kommt eine tragische Liebe, und fertig ist der Blockbuster.

Das beeindruckenste Merkmal des Films sind mit Sicherheit die Schlachtszenen und die zugehörigen Landschaftsaufnahmen, wofür Scott ja bekannt ist. Wenn sich 2 Heere mit jeweils Tausenden von Reitern vor Jerusalem gegenüber stehen, bleibt einem schon mal der Mund offen stehen. Ebenso bombastisch ist der Sturm auf Jerusalem inszeniert, einfach gigantisch anzusehen. Dies wechselt sich ab mit stillen Szenen, in den Balian (Blooms Charakter), sich zum Herrn von Jerusalem aufschwingt, ohne dies wirklich zu wollen. Er tut alles nur für die Menschen in der Stadt, und ist der personifizierte Good Guy des Films, gleichzeitig aber auch etwas langweilig.

Im Angesicht der heutigen Situation bezüglich der Religionen fragt man sich, ob der Film als Reaktion auf die Ereignisse des 11. September gedacht ist, angeblich waren die Planungen zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschritten. Wie auch immer, das zentrale Thema des Films sind die Religionen, das Christentum und der Islam, und deren Umgang miteinander. Nachdem man anfangs noch eine Art Burgfrieden hat, bekommen die Templer ordentlich ihr Fett weg und werden als intrigante Heuchler hingestellt, die hinter dem Rücken des Königs einen Krieg anzetteln, um die Moslems aus „ihrer“ heiligen Stadt zu vertreiben. Ich will hier nicht diskutieren, inwieweit das der Wahrheit entspricht, aber es ist gut zu sehen, dass mal ein Film wenigstens ein klein wenig vom Schema der bösen Araber abweicht, und sei es auch im historischen Sinne.

Nach dem etwas lahmen Anfang braucht der Film leider etwas, um in Schwung zu kommen, und es wird erst nach und nach klar, was für eine Rolle Balian spielen wird. Sobald man aber in Jerusalem ankommt, geht es zügig voran, und die Story steuert zielstrebig auf den Showdown zu. Allerdings ist der Plot kein Meisterwerk, sondern nur schmückendes Beiwerk zum Bombast der Optik. Trotzdem fühlt man sich, zumindest in der zweiten Stunde, gut unterhalten.

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