Also, vorweg erstmal: ich bin ein großer Fan von Ridely Scott und ich hatte einiges von diesem Film erwartet. Dazu kam dann noch, dass das Thema noch relativ unverbraucht ist. Die Kreuzzüge sind ein bisher noch relativ wenig behandeltes Thema.
Als ich dann den ersten Trailer zu Gesicht bekam, da dachte ich mir erst mal: "Hmmm, sieht irgendwie bei Herr der Ringe geklaut aus."
Machte mir aber nichts aus. Denn ich dachte, wenn der Film nichts besonderes ist, dann wären zumindest die Schlachten in dem Film es wert.
Dann schließlich kam der große Tag und ich ging ins Kino, um mir Ridley Scotts neues Werk anzusehen.
Der junge Schmied Balian wird von seinem verlorengegangenen Pappi mit auf eine lange Reise genommen. Und da kam auch schon der erste tolle Satz aus dem Film:
"Geht bis dahin und dann bist dorthin bis man eine andere Sprache spricht." Großartig! Und solche tolle Reden werden öfter mal über dem Film verteilt.
Dann gehts los mit einem Crash-Kurs in Thema Schwertkunst. Und siehe da: Herr Balian ist gegabt! Er berherrscht die Schwertkunst beinahe perfekt. Etwas ungewöhnlich für eine Schmied will ich meinen.
Und was soll man sagen? Pappi wird schwer verletzt und wird wahrscheinlich nicht überleben.
Also ist schon klar wer sein Erbe übernehmen wird. Man macht sich auf in Richtung Jerusalem, erleidet Schiffbruch. Und sieh da:
Balian ist nicht nur ein talentierte Schwerkämpfer, nein er ist auch noch ein Überlebenskünstler. Denn während alle anderen auf dem Schiff das zeitlich segnen (mal abgesehen von Balians Pferd...), überlebt Balian fast ohne Kratzer.
Weiter gehts nach Jerusalem. Und hier haben wir alles:
eine nervtötende Frau, natürlich dem Bösewicht in dem Film versprochen, die dann aber trotzdem sich (Überraschung!!!) in Balian verliebt, der wieder nur auf den Thron aus ist und die Moslime fertig machen will, sein skrupelloser Gehilfe, der gutmütige Lepra-König, usw.
Außerdem: Balian muss der einzige Hufschmied sein, der es in der Art und Weise vermochte Strategien auszutüffteln, Geometrie anzuwenden oder der sich so auf Felderbewässerung versteht.
Dieser Typ war alles in einem und das überzeugte mich nicht.
Irgendwann kommt es dann zu der großen Schlacht um Jerusalem. Natürlich erst nachdem der Bösewicht erstmal viele Soldaten in den Tod geführt hat, weil er ja auf Balian nicht gehört hat.
Jetzt schnappt sich Balian alles Bauern und Kinder aus Jerusalem, die ein Schwert halten können und schlägt diese zum Ritter. Und auf einmal können die Bauern und Jungens kämpfen und die übermächtige Armee eines besonders intelligenten Feldherrn über Tage hinhalten, bis es zu Verhandlungen kommt und Balian mit allen Leuten abziehen darf und mit seiner großen Liebe (die sich inzischen aus unerkenntlichen Gründen die Haar kurz geschnitten hat) dem Heimatland entgegenzieht um sich wieder als Hufschmied niederzulassen.
Klischees? Zu Haufe vorhanden in diesem Film.
Sympathische Charachtere? Leider nur ein paar unwesentliche Nebencharaktere konnten es schaffen in mir sympathien für sie hervorzurufen. Zum Beispiel Edward Norton oder Liam Neeson.
Der Hauptcharachter Balian selber, also Orlando Bloom, hat mich überhaupt nicht überzeugt. Vor allem wie der Charakter ausgebaut wurde war einfach zu unglaubwürdig. Und die Schwester des Königs war einfach nur nervig.
Spannung? War für mich quasi nicht vorhanden. Ich fand nicht spannendes an dem Film. Nicht mal die Endschlacht um Jerusalem.
Ebenso fehlte mir die Atmosphäre vollends. Ich hatte nie das Gefühl einer vernünftigen Atmosphäre.
Optik und Austattung waren ok, die Musik war stellenweise sehr nervig, immer dieses möchtegern östliche Gejohle, ansonsten war sie unauffälig genug um bei mir keine Interesse hervorzurufen.
5 von 10