Ich habe mir dieses Epos von Ridley Scott nun schon mehrfach angeschaut und bin jedes Mal sehr angetan gewesen. Dabei ist der Film sicher nicht ohne Schwachstellen. V.a. die Entwicklung und Glaubwürdigkeit der Hauptfigur Balian (Orlando Bloom) und die geschichtliche Komponenete sind schlichtweg eine Katastrophe.
Dennoch verfügt der Film über die nötige epische Wucht, die durch poetische und leise Töne in gelungener Ausgewogenheit mit ungeschönt blutigen Schlachtszenen und Grausamkeiten einhergeht.
Bei den Nebenrollen wäre es wünschenswert gewesen, etwas mehr mit Grautönen zu arbeiten anstatt nur auf Schwarz und Weis zu setzen.
Die Schauspieler sind dabei durchweg positiv zu erwähnen, allen voran Orlando Bloom, der trotz seiner problematischen Figur einen positiven Eindruck hinterlässt. Über Jeremy Irons und Liam Neeson muss man ja nicht noch extra Worte verlieren. Die Figur des masketragenden, leprösen Königs von Jerusalem wird mir stets nachhaltig in Erinnerung bleiben - und mit ihr auch seine Schwester, dargestellt von Eva Green. Sie ist als Charakter sicherlich unverhältnismäßig modern ausgefallen, dennoch ist ihr Schicksal bei aller Wechselhaftigkeit stets nachvollziehbar und Green zeigt, dass man auch ohne große Mimik und Gestik starke Eindrücke hinterlassen kann, wobei sie natürlich von den von Scott gezogenen Registern seines Könnens tatkräftig unterstützt wird.
Mich fesselt dieser Film jedes Mal aufs Neue und zieht mich durch die kraftvollen Bilder und die wundervolle Musik in seinen Bann. 3 Stunden große Unterhaltung, aber leider mit zu wenig Tiefgang und Charakter.