Der Film spielt im 12 Jahrhundert, zur Zeit der Kreuzzüge. Godfrey findet seinen Sohn Balian, der als Hufschmied in einem kleinen Dorf tätig ist. Er überredet ihn mit ihm zu kommen und in die Dienste des Köngis von Jerusalem zu treten. Ein schwelender Konflikt zwischen Christen und Moslems hängt wie ein Damoklesschwert über der heiligen Stadt. Als der todkranke König stirbt, spitzt sich der Konflikt dramatisch zu. Ein Krieg bricht aus und Jerusalem steht vor der entscheidenden Schlacht.
Ich kann gar nicht mal ganz genau sagen warum, aber Ridley Scotts neuestes Epos aus den Kreuzzügetagen ließ mich, im Gegensatz beispielsweise zum vorherigen Gladiator, doch relativ unberührt, obwohl er doch so ziemliche alle popocornfarbigen Ingredienzien mit eingeflochten hat. Die Story steigt dabei ins Jahr 1184 ein, als Jerusalem noch in christlicher Hand ist, jedoch mit Saladin ein Muslim an die Macht gekommen ist, der im Grunde zwar friedfertig agiert, aber vom eigenen Volk und natürlich auch von einigen Christen zum Sturm auf die heilige Stadt gedrängt wird. Scott bemüht sich dabei weitgehend auf historischen Fakten aufzubauen, natürlich mit den üblichen kleinen dramaturgischen Freiheiten.
Alles wird dabei, wie gewohnt, auf Hochglanz poliert und in wirklich schönen Bildern auf die Leinwand gebracht, da kann man aus handwerklicher Sicht wenig reklamieren. Das sieht bei den Charakteren allerdings schon ein wenig anders aus. Bis auf den König, Tiberias oder Saladin selbst scheinen diese allesamt dem Hollywood-Klischee-Zusammensteck-Bastelset entsprungen zu sein. Die fiesen Templer sind allesamt intrigante Dreckspatzen, während der Held ein zwar verzweifelter aber sonst bis zur Oberkante Unterlippe edelmütiger Recke. Zudem gibt's den üblichen Liebesschmus, der hier doch sehr viel Zeit Anspruch nimmt und so die Laufzeit gewaltig nach oben drückt und so unnötige Längen zusätzlich einbringt.
Ein wichtiger Punkt bei historischen Epen sind natürlich auch die Schlachten, die hier nicht doll, aber doch ok ausfallen. Anfangs gibt's kleinere Scharmützel, richtig rausgelassen werden die Hunde allerdings beim muslimischen Sturm auf Jerusalem. Hier glänzen die CGI Armeen, fliegende Feuerbälle und gigantische Kriegsmaschinen. Trotzdem ist das Werk für Scotts Verhältnisse irgendwie vage ausgefallen, die Geschichte packt den Zuschauer einfach nicht am Kragen, wie man es sonst vom genialen Regisseur mittlerweile einfach schon erwartet. Man wird zwar unterhalten, aber wirklich großes Kino wars diesmal nicht.
6/10