Review
von Leimbacher-Mario
In der Brandung des Krieges
„From Here To Eternity“ verbindet die Grauen und die Frauen des Krieges, könnte man sagen. Und obwohl er nahezu nur während der Ausbildungsphase auf einem Stützpunkt in Hawaii während des zweiten Weltkriegs spielt, verliert er dennoch nichts an Sprengkraft. Er ist dabei ja auch in guter Gesellschaft, wenn man etwa an „Full Metal Jacket“, „Hacksaw Ridge“ oder „Heartbreak Ridge“ denkt. Doch neben all dem Whisky, den Freudenhäusern, den Runden in Schweiß und Dreck, der Brüderlichkeit, geht es in diesem Klassiker aus Hollywoods goldener Ära vor allem um die Liebe, um Romantik, um Leidenschaft und Aufopferung. Denn wir verfolgen einen neuen Rekruten, der durch persönliche, recht pazifistische Entscheidungen in Ungnade bei seinen Vorgesetzten, Kameraden und Ausbildern fällt. Gleichzeitig verliebt er sich aber auch in eine leichte, mysteriöse Dame und sein Sergeant bandelt mit der undurchsichtigen Frau seines Offiziers an…
Die meiste Zeit geht es bei der Armee um Kameradschaft, um Frauen, um Bier, Burger und um Wille, um Durchhaltevermögen und um Kumpels, um Vorbereitungen und Warten, um feuchte wie bange Träume. Das weiß jeder, der sogar nur mal kurz die Grundausbildung gemacht hat. Selten geht’s wirklich um Waffen, das Töten und den Ernstfall. Heute wie damals. Selbst im zweiten Weltkrieg noch. Und genau weil das Militär dadurch weit mehr menschliche und männliche Facetten beinhaltet als „nur“ das Kämpfen von Trupp gegen Trupp, gucken wir Filme die in Kasernen und eben diesem Umfeld spielen so gerne. Und „From Here To Eternity“ ist vielleicht das Posterkind für diese „Vorstufe des Kriegsfilms“. Mit einem massiven Schuss Romantik und goldenem Schmelzkäse aus der vielleicht feinsten Zeit Hollywoods. Melodrama trifft Maschinengewehr, Telenovela trifft Trunkenbolde, Seifenoper trifft Seelenstriptease. Ein paar der stärkeren Typen und Männer, die Hollywood je zu bieten hatte. Lancaster ist und bleibt der Inbegriff eines „klassischen, breitschultrigen Mannes“. Sinatra hat Charme, Clift hat den Look, Borgnine hatte schon zu der Zeit den Bauch. Deborah Kerr ist Hure und Maria zugleich. Die Sonne über Hawaii brennt, der Krieg tobt eher in Sachen Gefühlen und Romantik anstatt in Sachen Achsenmächte. Hier liegen die Stärken noch absolut in den Charakteren und deren beiläufiger Beschreibung plus Entwicklung, die meist in etwas gestelzten, aber verdammt effektiven Dialogen vorangetrieben wird. „From Here To Eternity“ schwitzt gehörig - aber nur weil er als positiv-kitschiges Filmdrama solch überlebensgroße Lasten und schwere Herzen tragen muss!
Fazit: hoffnungslos romantisch, sehr authentisch was die Armee angeht, zudem mit legendären Stars, Pazifikflair und mindestens einer ikonischen Liebesszene - definitiv ein Contender für das beste Kriegsmelodrama aller Zeiten. Da kommt kein Michael Bay samt „Pearl Harbor“ mit!