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Richard Shepards "Oxygen" gehört zu den insgesamt gesehen noch sehenswerteren Thrillern der letzten Jahre, leistet sich aber einige unnötige und ärgerliche Schwächen. Eines ist klar: Die Story um ein lebendig begrabenes Entführungsopfer und einen durchgeknallten Kidnapper (Adrien Brody) hat ein echtes Spannungspotenzial, allein schon durch die O2-abhängige Zeitkomponente. Auch kann man hier mit Detective Maura Tierney und Psycho Adrien Brody ("Der Pianist") auf zwei erstklassige Hauptakteure zurückblicken.
Woran krankt "Oxygen" dann? Die Antwort ist recht einfach: An der mäßigen Inszenierung. Es wundert daher kaum, daß der Regisseursname Shepard quasi nicht weiter bekannt ist. Zwar bringt er "Oxygen" handwerklich halbwegs solide auf die Mattscheibe, es mangelt seinen Bildern aber an Tempo und dem Gespür für wirklich atmospärische Szenarien. Folglich machen sich auch wirklich an den Nerven zerrende Spannungspassagen eher rar und das Potenzial der Story wird zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auf durchschnittlichem TV-Niveau verschenkt. Es fehlt schlicht an allen Ecken und Kanten am nötigen Pfiff, um merkliche Aktzente setzen zu können. Selbst die wenigen Actionszenen wirken da einfach nur wie aus dem Regal in den Einkaufswagen gekippt. Recht gut hingegen gestaltet sich dann immerhin noch das Katz&Maus-Verhörspiel zwischen Brody und Tierney sowie das durchaus überraschend kompromisslose Finale.

Fazit: Kein Vergleich zu einem Thriller-Gott wie David Fincher! Eines solchen hätte es bedurft, um hier ein erstklassiges Filmchen herauszuzaubern. Es bleibt leider nur gehobene TV-Kost, die gegen so ziemlich jeden besseren (aber auch höher budgettierten) Hollywood-Thriller der letzten Jahre ("Denn zum küssen sind sie da", "Sieben", "The Hole" und und und) den kürzeren zieht. Schade, denn gerade Adrien Brody spielt wunderbar fies!

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