Achtung - Spoiler!
Richard Shepard drehte 1999 diesen Thriller mit einem konventionellen Katz-und-Maus-Spiel zwischen Täter und Polizei. Ein Kidnapper sucht sich ein weibliches Opfer eines reichen Mannes und vergräbt es bei lebendigem Leib in einem abgelegenen Waldstück. Die Luft reicht für 24 Stunden. Als er ein Lösegeld fordert, willigt der Mann scheinbar ein. Doch bei der Geldübergabe schlägt die Polizei zu und verhaftet den Täter. Nun beginnt erst der Psychokrieg zwischen dem Täter und Madeline - der Polizistin, die die Ermittlungen durchführt. Denn der Mann schweigt, und die Zeit läuft gegen das Opfer...
Was sich auf den ersten Blick recht spannend liest, ist letztendlich recht zahm umgesetzt worden. Shepard bemüht sich zwar, seinen Figuren charakterlich auszuleuchten, bleibt aber sehr oft oberflächlich, so dass die privaten Befindlichkeiten den Betrachter auch eher langweilen als interessieren. Dadurch verliert der Film stellenweise auch an Tempo, eine bedrohliche Atmosphäre vermag sich nicht richtig aufzubauen. Auch wirkt der Umstand, dass der Polizeichef Madelines Ehemann ist, etwas deplaziert. Nur der Kidnapper - ein sich brüstender Harry Houdini mit dem Hang zur permanenten Selbstentfesslung, wie ein gekonnter Handschellentrick zeigt - spielt seine Rolle recht überzeugend. Das Ende des Filmes - natürlich wird die vergrabene Frau gefunden und gerettet - kann auch nicht recht überzeugen, die Erschießung des Täters durch Madeline wirkt doch sehr unglaubwürdig und lässt den Zuschauer etwas ratlos zurück.
Fazit: Wenn einige den Film mit „Das Schweigen der Lämmer" vergleichen, von mir aus, vergleichen heißt ja nicht gleichsetzen, denn „Oxygen" ist leider nur zweitklassige Thrillerkost. (6/10)