Jeremy Irons spielt einen Parlamentarier, der trotz seiner Frau und seines Sohnes glaubt, dass er ein unerfülltes Leben hat und deshalb eine Affäre mit der Verlobten seins Sohnes, gespielt von Juliette Binoche, beginnt, wegen der er sowohl seinen Beruf, als auch seine Familie vernachlässigt.
"Verhängnis" ist einer dieser Filme, bei denen schon auf der Verpackung der Warnhinweis "Achtung: Langweilig" stehen sollte, denn genau das ist der Film und zwar von der ersten bis zur letzten Minute. Es gibt dutzende längere Passagen, in denen überhaupt nicht gesprochen wird und auch die bemühten schauspielerischen und erotischen Kraftakte der beiden Hauptdarsteller machen den Film leider kaum schmackhafter, da man einfach nicht genügend Handlung, Wendungen und Dialoge hat, um die Laufzeit einigermaßen unterhaltsam zu füllen. Die Handlung beschränkt sich nämlich wirklich auf ein Mindestmaß und der gesamte Mittelteil des Film besteht daraus, dass sich Irons und Binoche treffen und miteinander schlafen und der gesamte Film tritt auf der Stelle. Die Charakterkonstruktion ist dabei aber zugegebenermaßen ganz gut gelungen und vor allem Irons Entwicklung vom verkrampften und unerfüllten Parlamentarier, hin zum leidenschaftlichen Liebhaber ist sehr gut dargestellt und auch das Geheimnisvolle und Verschlagende an der Rolle von Binoche ist gut herausgearbeitet. Dennoch hätte der Film ein paar Wendungen mehr vertragen können, so bleibt lediglich das überraschende Finale als einzige wirklich geglückte Wendung.
Die ruhige Inszenierung von Frankreichs Kultregisseur Louis Malle, der zuvor unter Anderem mit "Fahrstuhl zum Schafott" und "Eine Komödie im Mai" in Erscheinung treten konnte, passt zwar gut und lässt den Film damit sehr stilvoll und beruhigend wirken, macht das ganze aber leider noch langatmiger und langweiliger und lässt das Werk damit endgültig scheitern. Es gibt keine Gags, eine ruhige Atmosphäre, null Spannung und kaum Dramatik und bis auf die knisternde Erotik gibt es an diesem Werk leider wirklich nichts Gutes. Der Film ist mal ganz was anderes und es wird wohl auch Filmfans geben, die sich an dem ruhigen und getragenden Werk des 1995 verstorbenen Regisseurs erfreuen können, aber wer unterhalten werden will ist mit diesem Werk schlecht beraten.
Nach seinem Oscar für "Die Affäre der Sunny von B." und seinem starken Auftritt in "Kafka" kann Jeremy Irons erneut überzeugen und liefert eine starke Leistung ab. Er stellt den Wandel seiner Figur hervorragend dar und zeigt in den Sex-Szenen Mut zur Freizügigkeit. Vor allem weil die Inszenierung von Malle sehr spärlich geworden ist und über weite Strecken kaum gesprochen wird, eröffnen sich natürlich viele Möglichkeiten für die Darsteller sich zu empfehlen. So kann auch Juliette Binoche als geheimnisvolle Affäre von Irons überzeugen und auch sie geizt nicht gerade mit ihren Reizen. Der übrige Cast, in dem vor allem die Oscar-nominierte Miranda Richardson brillieren kann, ist ebenfalls gut.
Fazit:
Da über weite Strecken kaum gesprochen wird und der Film nicht genügend Handlung hat, um die Laufzeit zu füllen ist "Verhängnis" leider über weite Strecken langweilig, was auch die starken Darsteller und Sex-Szenen nicht mehr ändern können.
37%