Nach dem Welterfolg des „Exorzist" schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis es neben den 2 unsäglichen Fortsetzungen auch ein Prequel geben würde. Und so entstand 2005 „Dominion: Exorzist - Der Anfang des Bösen". Doch die Produzenten waren mit dem Ergebnis, was Paul Schrader (Drehbuchautor von „Taxi Driver", 1976) ablieferte, unzufrieden und ließen Renny Harlin („Cliffhanger", 1993) nachdrehen. Letztendlich sollte Harlin einen völlig anderen Film abliefern als Schrader, welcher unter dem Titel „Exorzist - Der Anfang" ins Kino gebracht wurde. „Dominion", dem verstoßenen Pendant, blieb nur die Vermarktung als DVD-Premiere. Und dies aus gutem Grund, wie sich nach Sehen des Films herausstellt.
Zur Story: 1947 findet der Archäologe und ehemalige Priester Pater Merrin (Stellan Skarsgârd, „Good Will Hunting", 1997) in Britisch-Ostafrika eine verschüttete byzantinische Kirche und legt sie frei. Nach ihrer Begehung fällt auf, dass dort nicht Gott, sondern jemand Anderem gehuldigt werden sollte. Mit der Zeit häufen sich die rätselhaften Vorkommnisse unter den Eingeborenen sowie im Lager und der Verdacht, dass eine Pforte zur Hölle aufgetan wurde, manifestiert sich zusehends.
Ja, diese Idee hätte so einiges hergegeben. Atmosphärischer, effektreicher Grusel mit gelegentlichen Splatter-Einlagen zum Beispiel - eben genau im Stile des Originals von 1973. Doch leider ist dies hier mit wenigen Ausnahmen Fehlanzeige: Über weite Strecken langweilig und nur leidlich spannend schleppt sich der dröge wirkende Film bis hin zu einem 10-minütigen, ebenfalls ernüchternden Finale. Immerhin ist die durch Erd-Töne geprägte Bebilderung ebenso atmosphärisch düster wie die nette Ausstattung. Stellan Skarsgârd gewinnt jedoch durch sein griesgrämiges, beinahe schon lustloses Spiel keine Sympathiepunkte und überzeugt nicht wirklich als positive Identifikationsfigur. Gelegentlich gibt es ein paar nachdenkenswerte Dialoge buchstäblich über Gott und die Welt sowie der Schuldfrage, welche allerdings letztendlich genauso belanglos für den Film sind wie die selten eingestreuten, äußerst mäßigen Special Effects. Man könnte argumentieren, dass die Diskussionen über Schuld und Sühne in „Dominion" zur Charakterzeichnung Pater Merrins, der vom rechten Glauben abgekommen ist, beitragen und dass die kontinuierlich aufgebaute Spannung beim weitgehenden Verzicht auf harte Effekte gerade dessen Stärke ist. Ich für meinen Teil jedoch wäre angesichts der Ereignisarmut im arg simpel gestrickten Plot beinahe eingeschlafen.
Fazit: Atmosphärisch dichtes, aber über weite Strecken zähes und unnötiges Prequel zu „Der Exorzist", welcher in Sachen Effekten mehr zu überzeugen vermochte als „Dominion". Einige mögen die regelrecht zelebrierte Statik der Geschehnisse und des betulichen Spannungsaufbaus in „Dominion" subtil nennen. Weniger geduldige Zuschauer dürften das Ganze jedoch als teuflisch langweilig erachten. Für mich charakterisieren zwei Worte den Film perfekt: enttäuschend und überflüssig.