Also bei „Hai-Alarm auf Mallorca“ habe ich mich besser amüsiert. Falls jedoch Nu Image mal plant ein Crossover zwischen „Shark Attack“ und „The O.C.“ zu veranstalten, dann dürfte es in etwa so wie „Spring Break Shark Attack“, produziert für das amerikanische Fernsehen, aussehen.
Die gern gesehenen Klischees staffeln sich dicht an dicht, die Figuren entsprechen den gängigen Schemen und die Story an sich kopiert natürlich auch nur althergebrachte Ideen, die man in zu vielen Filmen seit „Jaws“ gesehen hat, während sichtlich bemüht Namen wie Paul Walker oder Colin Farrell fallen müssen, nur um irgendwo Bezug zu einer ganz anderen Liga herzustellen.
Hauptfigur Danielle, passenderweise gespielt von „The O.C.“ – Co-Star Shannon Lucio, die ihrer Karriere mit dem Film sicher keinen Gefallen getan hat, büchst gegen den Willen ihres Vaters gen Florida aus, um mit ihren Freundinnen dort so richtig Party zu machen, die Sonne zu genießen, mit dem männlichen Geschlecht anzubandeln und ihren älteren Bruder, ein Wissenschaftsnerd, zu besuchen, der (ausgerechnet!) an einem Anti-Hai-System bastelt und schon die wildesten Möglichkeiten durchgeht, was das neu angelegte Korallenriff vor der Haustür dem Biorhythmus des Meeres antun könnte. Nebenher laufen schon natürlich die ersten Haiattacken. Mehr als einen Blutstrudel gibt es TV-gerecht aber natürlich nicht zu sehen...
Das Gedöns um die drastisch Zunahme gefräßiger Haie vor der Küste ist jedoch lange Zeit Nebensache, denn die Spring Break dominiert das Bild, was der routinierte TV-Regisseur Paul Shapiro (u.a. „The X-Files“, „24“) ausnutzt, um im postkartengerechter Hochglanzoptik Partys, knapp bekleidete und dazu gut aussehende Frauen und Männer mit Sixpacks zu zeigen. Gesoffen wird viel, getanzt noch mehr und gepoppt natürlich nicht, weil der Film einem niedrigen Rating folgen muss.
Über den weiteren Storyverlauf muss man eigentlich nicht weiter sprechen. Danielle wird vom einem Partymonster angebaggert, will aber eigentlich lieber etwas mit dem bodenständigen Schiffsjungen zu tun haben, der sich das College nicht leisten kann und auch viel netter ist, was der Abschleppmeister natürlich nicht gut heißen kann, weswegen er ihr eine Droge ins Wasser mischt, damit er sie flach legen kann und so weiter und so fort. Eben das übliche Gedöns mit den gängigen Problemen, die man in dem Alter so hat oder haben sollte.
Die attraktive Darstellerschar zieht sich allerdings überraschend solide aus der Affäre und verfügt immerhin über soviel Talent sich in dieser Chose nicht hemmungslos zu blamieren. Auch wenn inhaltlich komplett in den Leerlauf geschaltet wird und nur Party-Klischee um Party-Klischee aneinander gereiht wird, kann Shapiro dank ihnen einen minimalen Unterhaltungswert aus seinem Film kitzeln, bis zum Schluss gleich eine ganze Horde Haie in Richtung Strand schwimmt und sich die Teenager vornimmt...
Der Film hatte sich schon eine komplette Auszeit gegönnt, als Danielle mit ihren Freundinnen und den beiden Jungs auf einen Bootstrip draußen auf dem Meer mit Haien konfrontiert wird, die sogar das Boot angreifen, weswegen man auf einer Insel strandet (Wie haben die das Boot eigentlich wieder ins tiefe Wasser bekommen?) und dort eine Leiche findet. Doch wenn dann zum Schluss wohl an Schnüren gezogene Plastikhaie durchs Wasser furchen und in Panik die potentiellen Opfer das Nass verlassen, weil sie zu spät die Gefahr erkennen, ist alles aus. Denn inklusive einer „Der Köder geht unter“ und „Die Seilwinde reißt ab“ – Szene cruisen Danielle und ihr Schiffsjunge mit dem brüderlichen Hai-Experten aufs Meer hinaus, um die Haie vom Strand wegzulocken... Suspense wohin man sieht *hüstel*
Fazit:
Also zwischendurch kann man sich “Spring Break Shark Attack“ schon gefallen lassen. Er ist ja auch chic fotografiert und ordentlich gespielt, wobei die Handlung natürlich saudoof ist und diese Haiangriffe beziehungsweise die zu sehenden Tricks auch unter aller Kanone sind. Der Film ist wirklich nichts, was man sich ins Regal stellt. Klischees und wohlgeformte Körper wohin man sieht, tummeln sich in einer wenig innovativen Story. Die lächerlichen Hai-Attacken sind mehr oder weniger eine nette Dreingabe, die mal herzhaft zum Mitlachen einladen.