Braver Jazz-Gitarrist mutiert zum wilden Punkrocker, weil er von einem Geist besessen ist. Dieser spricht schon mal aus der Kloschüssel heraus zu ihm. Dabei will der Musiker doch einfach nur groß rauskommen - so oder so.
Jämmerlicher Ausstand für die ehemalige Trash- und Pornoregisseurin Roberta Findlay, die mit "Snuff" zumindest vermarktungstechnisch einen gewissen Legendenstatus erreichen sollte. Ab Mitte der Achtziger hatte die Gute wohl genug vom Pornofilm, um statt dessen einpaar halbwegs brauchbare Horrorsachen wie "Game of Survival" oder "Das Orakel" abzuliefern.
In ihrem letzten Werk reichte es jedoch nur für eine so ereignislose wie viel zu dialoglastige Musikkomödie, die wilden Anarcho-Humor vorgibt, jedoch nichts davon einhält. In den ersten Minuten schießt der Punkrocker mit der Uzi das halbe Tonstudio zu Bruch und man hat das Gefühl, in einer zumindest halbwegs brauchbaren Troma-Klamotte gelandet zu sein.
Dann geht der Streifen leider in eine handzahme wie gähnend langweilige Musik-Biz-Komödie über, in der die Zeit mit zuviel Geschwafel totgeschlagen wird. Wilde Underground-Gigs oder den Abstecher in eine verrückte Travestieshow sehnt man sich vergebens herbei, wobei es in dem New Yorker Viertel, in dem gedreht wurde, bestimmt kein Problem gewesen wäre, einpaar Szenen aus solchen Shows mit einzubauen. Zur Satire wird "Banned" hingegen dann, wenn sich jemand einen bekloppten Bart ins Gesicht klebt oder der Punkrocker aus der Kloschüssel säuft.
Am Ende gibt es noch einen klamottigen, überlangen Shootout, der jedoch so einfältig und ideenlos inszeniert wurde wie der gesamte Film zuvor. Lahmer Zeitgeist statt wildem Underground machen das Fiasko vollends perfekt.
Punkteminimum.