Review

Wer produziert wohl die besseren Jet Li-Filme? Joel Silver oder Luc Besson? Zwar hat Silver bereits schon drei Filme mit dem HK-Star produziert, doch außer "Romeo must die" waren die auch nicht so das Wahre und "Lethal Weapon 4" ist ja nun mal kein reiner Jet Li-Film. Der von Besson produzierte "Kiss of the Dragon" kommt hingegen fast ohne Drahtseil-Technik, aufgemotzten CGI-Effekten und einem sprücheklopfenden Quoten-Schwarzen an Li's Seite aus.

Liu Jian (Jet Li), Chinas Top-Agent, reist in geheimer Mission nach Paris. Seine Aufgabe: Er soll den französischen Cop Richard (Tcheky Karyo) bei einem schwierigen Auftrag helfen. Jedoch treibt der korrupte Richard Liu mitten in eine lebensgefährliche Verschwörung. Mit einer kaltblütigen Intrige gelingt es ihm, Liu als Hauptverdächtigen in einem Mordfall hinzustellen. Als es in seiner Situation keinen Ausweg mehr zu geben scheint, trifft Liu auf Jessica (Bridget Fonda), die in den Fall verwickelt ist...

Jet Li (Lethal Weapon 4) ist hier in seiner x-ten Rolle als chinesischer Cop bzw. Agent zu sehen, die er auch schon in den Joel Silver-Produktionen inne hatte. Dennoch kann er erneut durch seine Kampfkünste beeindrucken, und was anderes wollen seine Fans auch nicht sehen. Daher wäre ein Romantik-Film mit Li ohne jegliche Martial Arts-Einlagen auch undenkbar. Tcheky Karyo (Nikita) legt seine Rolle hier ähnlich an wie in "Crying Freeman" und "Bad Boys". Lediglich Bridget Fonda (Codename: Nina) spielt ein wenig unter ihren Möglichkeiten, auch wenn sie ihren Part nicht allzu schlecht spielt.

Okay, dass von Luc Besson verfasste Drehbuch hat nicht gerade eine originelle Handlung, da solche schon in Filmen wie "America's most Wanted" und "The Art of War" vorkamen. Mehr wird hier auf Hauptdarsteller Jet Li und seine Kampfkünste gesetzt. Das Highlight des Films ist daher Li's Duell mit den beiden Karate-Brüdern im Finale. Dem Film muss man dann noch zugute halten, dass er zu seiner Zeit nicht den Trends aus Hollywood gefolgt war und somit keine unglaubwürdigen sowie der Schwerkraft trotzenden Kung Fu-Fights per Drahtseil und "Bullet-Time"-Szenen beinhaltet. Eher bleiben die Kämpfer hier mehr auf dem Boden und liefern 1A-Fratzengeballer nach guter alter Schule ab. Auch der in so mancher Joel Silver-Produktion gerne eingesetzte Quoten-Schwarze (siehe "Born2die" oder "Exit Wounds") wurde hier über Bord geworfen und man stellte Li zur Abwechslung mal eine Frau als Partnerin zur Seite. Jedoch kann auch Bessons Werk nicht auf die momentan angesagte HipHop-Mucke und asiatischem Gedudel verzichten, was hier allerdings nicht allzu nervt und auch stellenweise gut eingesetzt wurde.

Auch wenn Luc Besson keine Martial Art-Revolution a'la "The Matrix" inszenieren ließ, so überzeugt sein Film durch (fast) realistische Action und einer Handlung, die zwar nicht neu ist, aber auch nicht wirklich langweilt. Wäre schön, wenn Jet Li öfters Filme in Europa drehen würde.

Details
Ähnliche Filme