Nach dem etwas schwachen "Romeo must Die" wird uns hier ein Jet Li präsentiert, wie man ihn besser kaum finden wird. Spektakuläre Fights und dazu noch eine spannende Story, die auch eine kleine Romanze nicht vermissen lässt.
Aber erstmal zur Geschichte. Jet Li spielt einen chinesischen Spezialagenten (mit einem unaussprechlichen Namen), der nach Paris geschickt wird, um dort der Polizei bei der Festnahme eines chinesischen Gangsterbosses zu helfen. Geplant ist, diesen in einem Hotel hochzunehmen. Doch wie sich herausstellt, ist die französische Spezialeinheit (angeführt von Tcheky Karyo, der mal wieder erstklassig den Bösewicht mimt) ein korrupter Haufen und legt den Chinesen einfach um. Das Ganze hängen sie auch noch Jet Li an. Er jedoch schafft es in letzer Sekunde, die Videoaufzeichnung des Mordes zu retten. Nun muss er fliehen. Dabei trifft er auf eine Prostituierte, deren Tochter von Tcheky Karyo als Geisel gehalten wird. Da sie über seine illegalen Geschäfte bescheid weiss, bietet Jet ihr einen Deal an. Er rettet ihre Tochter, sie sagt dafür bei der chinesischen Botschaft gegen Karyo aus.
Sehr ihr, eine richtig umfassende Story dieses Mal, zwar auch kein Megaplot, aber doch ein gutes Stück über sonstiger 08/15 Ware. Erstaunlich ist dabei, dass man die Story auch nie als irgendwie störend empfindet. Bei vielen Filmen ist es ja leider so, dass die dramatischen Momente zwischen den Actionszenen total nerven, da man da nur versucht, ein bisschen Schnulze einzubauen. Hier hingegen nicht. Dass liegt aber auch daran, dass zwischen Jet und Bridget Fonda (welche die Prostituierte spielt) keine richtige Romanze, sondern mehr eine Art Zuneigung entsteht. Es kommt also nicht zu sülzigen Kussszenen, die in Actionfilmen nichts verloren haben. Grossartig emotionelle Momente hat man klugerweise ausgelassen. Trotzdem merkt man den kleinen Funken zwischen Jet und Bridget (nur im Film natürlich, nicht in Wirklichkeit).
Aber es bleibt, wie gesagt, ein Actionfilm. Und was darf bei einem Actionfilm mit Jet Li natürlich überhaupt nicht fehlen. Richtig: Die Martial Arts Fights. Und die sind diesmal absolute Spitzenklasse. Während man bei "Romeo must Die" viel zu sehr mit Wires gearbeitet hat, wodurch praktisch jeder irgendwie einen Fight zustande bringt, kann man hier mal wieder bestaunen, dass Jet Li es wirklich drauf hat. Nicht nur sind die Fights in grossen Mengen vertreten, sie sind auch noch sehr abwechsungsreich. Hier fightet Jet mal kurz gegen einen, dann auf einmal gegen 30 auf einmal (ist echt wahr. Der reinste Hammer). Und gegen Ende kommt dann natürlich noch ein Showdown mit zwei blonden Pseudomachos, die glauben, sie währen Bruce Lee. In einem nervenaufreibenden Kampf beweist Jet ihnen, dass sie natürlich falsch lagen. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Fights aber nicht nur aus reiner Treterei bestehen. Sehr häufig kämpft Jet primär mit den Fäusten, was das Ganze realistischer erscheinen lässt. Dazu tragen aber auch die stellenweise recht heftigen Szenen bei. Szenen, wie die, wo Jet einem mit einem kräftigen Tritt das Genick bricht, sehen nicht nur heftig aus, sondern werden auch noch entsprechenden Geräuschen begleitet. Nicht umsonst ist die ungeschnittene Fassung ab 18 freigegeben worden. Dennoch ist die 16er Kinofassung enorm hart, was es mir sogar unverständlich macht, dass der Film für ne 16er geschnitten werden musste. Ich finde zwar, dass ab 18 richtig ist, aber die 16er ist immer noch dermaßen hart, dass die paar kurzen Szenen, die man geschnitten hat, den Film nicht wirklich härter machen. Natürlich sieht man ein bisschen mehr Blut, aber das wars auch schon. Aber wenigstens hat das den Vorteil, das man sich den Film auch in der 16er Fassung noch gut anschauen kann, auch wenn die uncut version für jeden erste Wahl sein sollte.
Fazit: Ein echtes Actionhighlight. Seit langem mal wieder. Für jeden Actionfan ein absolutes Muss. Wenn "The One" auch so gut sein sollte, wäre Jet Li für mich ab dann der neue King auf dem Actionhelden-Thron.
10/10