Der chinesische Polizist und Kampfsportspeziallist Liu Jian reist extra nach Frankreich, um dort den französischen Beamten bei einem schweren Fall zu helfen. Doch schon nach dem ersten Treffen gerät alles ausser Kontrolle: Der franz. Inspektor Richard erschiesst eine Hure und deren Begleiter und schiebt alles Liu in die Schuhe! Doch Liu, kampferprobt, schnell und intelligent, kann sich vor Richards Männern verstecken. Es gelingt Liu sogar, an die eine Kassette zu gelangen, auf der die Morde aufgezeichnet wurden. Liu flüchtet, und ganz Paris ist hinter ihm her. Durch einen Zufall trifft Liu auf die Hure Jessica, welche überraschend Richard und dessen illegale und brutale Methoden kennt. Richard erpresst Jessica mit ihrer Tochter. Liu verspricht ihr, ihre Tochter wieder zurückzuholen, wenn sie dafür als Zeugin auftritt.
Da haben Luc Besson und Jet Li in Kooperation aber mal ein richtig actionorientiertes Drehbusch zur Welt gebracht. Der Film legt insgesamt ein ziemlich hohes Tempo vor, denn bereits kurz nach der Ankunft in Paris, gehts bereits zur Überwachungsaktion in einem Hotel, die alles andere als harmonisch und international kooperativ verläuft. Li, der den Spitznamen John bekommt, entdeckt das sein französischer Kollege eine irgendwie kriminelle Auffassung von Polizeiarbeit vertritt und ihm kurzerhand die Schuld daran geben möchte, das er selber den Überwachten und noch diverse mehr oder weniger Beiteiligte ziemlich unhumorig umlegt.
Die anschließende Flucht aus dem Hotel ist schon mal eines der großen Highlights der Story. Sie wirkt aufwendig gemacht mit dynamischer Kamera und vor allem mehreren tollen Fight. Erstmal wird etabliert das er mit seinen Akkupunkturnadeln am Handgelenk Menschen heilen, lähmen und sogar im Showdown töten kann (der titelgebende tödliche Punkt im Genick wird Kiss of the Dragon genannt), zusätzlich erfindert er noch die neue olympische Disziplin Kickbillard, alles erstklassig gemacht und die Kampfkunst Li´s ist wirklich beeindruckend, wie auch den ganzen Film über.
Leider wurde im Mittelteil ein ziemlich spaßbremsender Charakter in Form der Junkienutte Bridget Fonda. Ich frag mich manchmal wirklich, ob man denn in jeden Actionfilm krampfhaft so eine Rolle auf Teufel komm raus einbauen muß, die nervig ist, aus meiner Sicht unnötige Sentimentalität reinbringt und nach ihrer entführten Tochter krakeelt. Hätte man das Tempo und die wirklich tollen Kämpfe konsequent auf dem sonstigen Level durchgezogen, wär Kiss of the Dragon ein echter Kandidat für die 10 Punkte Kategorie gewesen.
Zum Glück gehts im langen Showdown wieder deutlich temporeicher zu, am Schluß wird im Alleingang die ganze Gendarmerie geplättet und besonders der Fight gegen die beiden Blondie Twins ist wieder vom allerfeinsten. Alles ist sehr gut choreographiert, Li gibt sein Bestes und die Anzahl der gebrochenen Knochen und Genicke steigt ins uferlose. Harte Zweikämpfe sind angesagt und auch der eigentliche Held geht mit seinen Feinden ganz schön rabiat um.
Von den Darstellern kann zwar eigentlich nur Tcheky Karyo als halbdurchgedrehter Gangstercop wirklich überzeugen, Li trägt eigentlich nur seine asiatische Gelassenheit im Gesicht spazieren, aber so kennt man ihn eben. Schade das man die extreme Actionschiene nicht konsequent zu Ende gefahren ist, denn von der Kampfkunst her braucht sich Kiss of the Dragon vor wirklich niemanden verstecken.
8,5/10