Review

REPLACEMENT KILLERS FÜR MARTIAL ARTS-FANS

Diese Filmkritik bezieht sich auf die ungeschnittene englische Originalversion.

"Kiss of the Dragon" unterscheidet sich leider lediglich in Nuancen vom oben genannten Oeuvre (Chinese kommt in den Westen, wird aufs Kreuz gelegt und muss sich nebst attraktiver Blondine in einer Hetzjagd durch eine große Stadt mit Dutzenden feindlicher Schergen herumbalgen).
Da ich eher ein Fan von Schießereien bin, diese jedoch laut OFDB-Reviews angeblich auch nicht zu kurz kommen würden, habe ich mir dieses Filmchen, bei den Guten im Sonderangebot (7,99 Euro), bedenkenlos angeeignet. Leider wurde ich eher enttäuscht, obwohl der Film auch einige Szenen zu bieten hat, die sich sicherlich ins Gedächtnis einbrennen werden.
Story: Ein chinesischer Cop (Jet Li) kommt nach Paris, um bei einer Zeugenüberführung behilflich zu sein. Inspecteur Richard (Tchéky Karyo) stellt ihm eine Falle und versucht ihn zu töten, doch "Johnny" kann fliehen und eine VIdeoaufnahme sichern, die seine Unschuld beweisen und Richard belasten würde. Zwar frei, doch von der Botschaft im Stich gelassen und völlig auf sich gestellt, trifft Johnny eine Nutte, die zufällig auch mit Richard liiert ist. Gemeinsam versuchen Sie, die Tochter der unfreiwilligen Prostituierten aus Richards Fängen zu befreien und Johnnys Unschuld zu beweisen.
Die Story stellt sich recht simpel dar und ist auch nicht der Rede wert, womit wir auch schon beim wichtigsten Teil dieses Genres wären, der Action: Es werden rasante Martial Arts-Kämpfe, häufig mit Zuhilfenahme diverser ortsansässiger Gegenstände, unterstützt durch schnelle Schnitte und beeindruckende Kameraeinstellungen, kurze Verfolgungsjagden, Schießereien (hierbei muss erwähnt werden, dass immer nur Johnnys Feinde schießen), passable Stunts (nichts Atemberaubendes) geboten, was man durchaus als abwechslungsreich bezeichnen kann. Der Haken dabei ist die Häufigkeit, zwischendurch gibt's den einen oder anderen Hänger, der leider auch nicht durch die wenig geistreichen Dialoge vermieden wird. Neben Knochen- und Genickbrüchen bekommt man auch ein bisschen Blut zu sehen, aber besonders brutal ist der Film nicht.
Positiv dabei wären die verschiedenen von Jet Li zweckentfremdeten Gegenstände (z.B. Bügeleisen, Kleiderständer und natürlich die Akupunkturnadeln) zu vermerken, die durchaus frischen Wind ins Actiongenre bringen. Mir als Fan von ausgedehnten Schießereien missfällt es jedoch, dass sich Jet Li 100% SCHUSSWAFFENFREI verteidigt.
Der Humor kommt auch nicht zu kurz, manche Szenen wirken wirklich hoffnungslos übertrieben und degradieren den Streifen sogar teilweise zum Jet Li-Vehikel, über dessen Haupt der Nimbus des Unbesiegbaren schwebt (hierbei sei vor allem das an Matrix angelehnte Finale erwähnt).
Auch die Akzente verschiedener Facetten (chinesisch, französisch, UK, US-Farmer) verleihen dem Film Internationalität, was besonders für Englischliebhaber ein lustiges gefundenes Fressen ist.

Unterm Strich bleibt also ein akzeptabler Actionfilm mit einigen Längen, der zwar ansprechend choreographierte Actionszenen zu bieten hat, aber nur für Martial Arts-Fans, die sich mit einer schlechten Story und wenig Spannung zufrieden geben, geeignet ist.

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