Ach ja, Bud Spencer und Terence Hill. Was hat man als Kind gebannt vor dem Fernseher in den 80er gesessen, wenn ein Film der beiden ausgestrahlt wurde (bin nie in den Genuss gekommen, die beiden im Kino zu sehen).
Zum Inhalt:
Der müde Joe und der "Kleine" sind ein ungleiches Brüderpaar, die sich mal wieder zufällig über den Weg laufen. Der Kleine hat sich in einem Städtchen als falscher Sheriff eingenistet und plant einen großen Coup. Im Weg steht ihm der Major, der versucht friedliebende Siedler aus seinem Tal zu vertreiben. Joe bietet sich als Hilfe an, bringt aber fast nur Unruhe in das Geschehen...
Der sogenannte Spaghetti-Western kam Anfang der 70er in eine Krise. Man hatte in Italien dermaßen viele Western heruntergekurbelt, das das Publikum keine Lust mehr darauf hatte. Regisseur Enzo Barboni, der schon ein alter Hase auf dem Gebiet war (Kamera beim legendären Django), hatte die Zeichen der Zeit erkannt und arbeitete ein Drehbuch aus, das in eine völlig andere Richtung ging. Italo-Western gekreuzt mit der Komödie. Und Recht sollte er behalten. Die rechte und linke Hand des Teufels schlug wie eine Bombe ein und zog gleich einen Nachfolger hinterher und begründete den kometenhaften Erfolg von Spencer und Hill.
Schon die Titelsequenz demontiert den Italowestern. Der Held ist ein fauler, dreckiger und zerlumpter Tagträumer, der sich auf einer Pritsche von seinem Pferd durch die Gegend ziehen lässt. Gepaart mit dem wunderbaren und eingängigen Titellied mit seiner unverkennbaren Pfeiffmelodie.
Man kann froh sein, das es kein Geruchsfernsehen gibt, denn hier springt einen der Dreck direkt an. Dann geht es gleich mit der legendären Szenen weiter, in der Terence Hill eine ganze Pfanne Bohnen mit Speck leer isst (hatte anscheinend 24 Stunden dafür gehungert) und seine Gegner "nebenbei", ohne hinzuschauen erschießt (hier gibt es noch Tote, was in den späteren Filmen der beiden nicht mehr so oft vorkam).
Der Film ist gespickt mit köstlicher Situationskomik, die später oft durch die berüchtigte Kalauer Synchro von Rainer Brandt ersetzt wurde. Hier ist alles noch etwas subtiler, weniger slapstickhaft.
Dazu hat man in der Story herrliche Kontraste eingebaut. Hier gibt es schon die bekannten Gegensätze zwischen Spencer und Hill. Spencer der brubbelnde und mürrische Bär und Hill, der leichtfüßige und unbeschwerte Sunnyboy.
Klasse auch die pazifistischen Siedler, die gegen der raffgierigen Major und die sadistischen Mexikaner bestehen müssen. So ist Regisseur Barboni auch geschickt um ein finales Pistolenduell herumgekommen (eigentlich ein Unding im Italowestern). Da die Siedler aber keine Waffen benutzen dürfen, gibt es eine saftige Massenschlägerei, die ein weiteres Markenzeichen des Duos wurden. Hier sind auch schon alle zukünftigen Zutaten vorhanden. Hill springt und schlägt wie ein Gummiball akrobatisch herum, während Spencer mit seinem senkrecht von oben Dampfhammer die Gegner in das Land der Träume schickt (natürlich auch, nachdem er von hinten mit einem Stuhl attackiert wurde). Auch hier ist man noch konventioneller, mit weniger Slapstick, als in den Folgeproduktionen.
Und natürlich gibt es auch wieder etwas für das Auge, bzw. für Terence Hill, in Form zweier bildhübscher Siedler-Mädels.
Der Soundtrack kann, neben dem hervorragendem Hauptthema, überzeugen und ist eingängig und passend komponiert.
Die Kameraarbeit ist überaus solide bis gut und bietet die ein oder andere schöne Einstellung oder Fahrt.
Die Darsteller sind durchweg sehr passend besetzt und auch Riccardo Pizzuti (einer der Hauptgegner in den Spencer und Hill Filmen) ist hier schon mit dabei.
Barboni hatte die richtigen Zutaten (und Darsteller) zur richtigen Zeit. Er führte das Genre in das Komödienreich (was auch wenige Jahre später mit dem Eastern passierte) und landete einen Volltreffer. Die rechte und linke Hand des Teufels versteht es hervorragend mit den Klischees des Western Genres zu spielen und diese selbst in vermeintlich ernsthaften Situationen in das Gegenteil zu kehren.
Für Spencer und Hill Fans sowieso ein Zungeschnalzer und für Komödienfans, die nicht gerade auf Fäkal- oder Holzhammerhumor stehen genau das Richtige!