Review

1941 - Die Japaner haben gerade eben Pearl Harbour bombardiert und dadurch in den USA eine wahre Kriegshysterie erzeugt. Überall halten fortan wackere, patriotische Amerikaner Ausschau nach dem Feind bzw. treten in die Armee ein. 

Steven Spielberg`s "1941" bedient sich dieses historischen Backgrounds um davor eine wirklich irrwitzige Chaos-Komödie abzuspulen. 

Ein japanisches U-Boot mit defektem Kompass verirrt sich in die kalifornischen Küstengewässer. Um die Schande auszubügeln schlägt der Kapitän (Toshiro Mifune) vor, dass die Ehre der gesamten Crew nur durch die Zerstörung eines bedeutenden Ziels wieder hergestellt werden kann. Die Wahl fällt auf Hollywood!Während der an Bord weilende deutsche Offizier (Christopher Lee) die Idee noch lauthals als Blödsinn abtut machen sich die Japaner auf den Weg an Land um irgendwo einen Kompass aufzutreiben, der sie nach Hollywood führen soll.
Dabei stossen sie als Nadelbäume verkleidet auf den Holzfäller Hollis P. Wood (Slim Pickens), den sie für das Zielobjekt halten.  

Währenddessen wurde das U-Boot bereits mehrfach gesichtet und an Land brechen alle Dämme. Der Familienvater Ward Douglas (Ned Beatty), dem eine Flugabwehrkanone in den Vorgarten gestellt wurde, zerlegt beim Versuch das U-Boot zu versenken gleich das schmucke Eigenheim.
Ein durchgeknallter US-Kampfpilot (John Belushi) , der bereits ein imaginäres Geschwader japanischer Flugzeuge über dem US-Kernland verfolgte gerät vollends ausser Rand und Band und macht fortan Jagd auf alles mögliche.
Debile Heimatschützer, die in einem Vergnügungspark am Meer in einer Riesenrad-Gondel  mit einer vorlauten Bauchredner-Puppe Wache schieben, versuchen mit ihren Flinten den Piloten abzuschiessen usw. usw. 

Dieser Film quillt förmlich über vor verrückten Ideen, die ich hier gar nicht alle aufzählen kann. Nicht alle sind gut, speziell der Handlungsstrang mit den beiden tanzsüchtigen Liebenden und dem auf das Mädchen scharfen Soldaten (Treat Williams) ist absolut lähmend und überflüssig. 

Der Rest aber ist größtenteil sowas von schräg und komisch, dass man nicht glauben kann hier einen STEVEN-SPIELBERG-Film zu sehen. Und sogar einen Streifen von Spielberg, in dem er sich selbst auf die Schippe nimmt als er z. b. anfangs eine nackte junge Frau im Meer baden lässt, die dann eine überraschende Begegnung mit dem japanischen U-Boot hat (Klare "Jaws" Parodie - und auch noch recht gelungen!). 

Nein, dieser Film ist in jeder Hinsicht aussergewöhnlich. Man bedenke bloß den Cast! John Belushi, John Candy, Dan Aykroyd, Christopher Lee, Toshiro Mifune, Ned Beatty, Treat Williams, Tim Matheson, Robert Stack, Warren Oates, Nancy Allen usw.  

"1941" war kein großer Box-Office-Hit wie die meisten anderen Spielberg-Filme. Aber der Streifen bietet ein nahezu einmaliges Erlebnis in Sachen chaotischem und zerstörerischem Humor, dass man ihn zumindest einmal gesehen haben muß! 

Mein erstes Mal war 1980 im örtlichen Kino und ich habe den Film gehasst. Jahre später lieh ich mir ein ausgelutschtes VHS-Tape in der Videothek und war begeistert! Speziell die Szenen mit Belushi sind einfach sowas von verrückt witzig, dass diese allein schon das Anschauen lohnen. 

Jahre vergingen, weder gab es ein Video zu kaufen, noch erschien der Film hierzulande auf DVD. Als ich dann im USA-Urlaub über die dort erschienene Collector`s-Edition-DVD stolperte war der Kauf eine klare Sache. Leider war auf der DVD eine deutlich längere (146 Min.) Fassung enthalten, die mir persönlich ziemlich lahm erschien. Zuviele Füllszenen, zuwenig straffe Erzählweise und zuviel Leerlauf zwischen den guten Gags machten mir echt zu schaffen. Aber egal, die guten Szenen waren enthalten und eine dt. DVD noch Lichtjahre entfernt.... 

Inzwischen besteht Hoffung, nachdem in UK bereits eine Doppel-DVD veröffentlicht wurde, dürfte es hierzulande nur noch eine Frage der Zeit sein, bis dieser Film endlich auf DVD veröffentlicht wird (hoffentlich in der ca. 2-stündigen dt.-Kinofassung!) 

Fazit: "1941" ist absolut kein Meisterwerk und sicherlich eine Art schwarzer Fleck auf Spielbergs Weste, trotzdem macht der Film in der vor 30 Jahren veröffentlichten dt. Fassung eine Menge Spass und bringt mich persönlich an manchen Stellen noch immer zum lachen!
(6,5 von 10 möglichen Punkten)

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