Horror made in Germany – das birgt nicht gerade für Qualität. Noch dazu, wenn man sich allzu deutlich an den amerikanischen Vorbildern wie „Scream“ orientiert. Immerhin wurde mit Robert Sigl ein Regisseur verpflichtet, der bereits mit „Laurin“ im Genre des schaurigen Films Erfahrungen sammeln konnte. Dazu hat man mit Katharina Wackernagel („Die Boxerin“) und Niels Bruno Schmidt („Schule“) noch ein paar bekannte Jungschauspieler gecastet, die den Karren wohl aus den Dreck ziehen sollten. Dies ist leider nicht gelungen.
Zur Story: In der Party-Nacht vor dem letzten Schultag, als die Abiturienten die Schule „schmücken“, geht ein Mörder im Harlekinkostüm um. Der „Scherenmörder“ ist aus dem Knast entflohen und die Schüler um Nina (Katharina Wackernagel) und Philipp (Niels Bruno Schmidt) bangen um ihr Leben…
„Schrei, denn ich werde dich töten!“ beginnt wie „Düstere Legenden“ und geht dann zum einfallsarmen „Scream“ meets „Freitag, der 13.“-Plagiat über, welches in einer Schule spielt und in einem haarsträubenden Finale mündet. Das allzu offensichtliche Schielen auf amerikanische Vorbilder des Teenie-Slashers wirkt durch Klischees dermaßen überfrachtet, dass es den Zuschauer entweder zum Lachen bringt und schlicht langweilt. Natürlich müssen die Schüler völlig sinnfrei ein paar Filme (u.a. „Psycho“) zitieren und ihre angeknacksten Beziehungen wieder kitten. Dazwischen gibt es dann mal wieder ein paar Pseudo-Schockeffekte, pubertäres Verhalten also, und ab und zu passiert ein Mord. Der Bodycount hält sich aber in sehr überschaubaren Grenzen. Diese Morde fallen zwar recht blutig, aber nicht übermäßig brutal aus, schließlich wurde der Film ja für eine Fernsehauswertung produziert. Die Auflösung ist dann so absurd und überkonstruiert, dass sich der Zuschauer ob der Idiotie an die Stirn fassen muss. Einzig gelungen ist die düstere und stimmige Atmosphäre des Films. In dunkle Farben getauchte, schummrige Bilder lassen beim Zuschauer wahrlich ein beklemmendes Gefühl aufkommen. Schade nur, dass selbiges mangels Vorhandenseins eines ausgeprägten Spannungsbogens nicht weiter ausgenutzt wird.
Die Charaktere sind gewohntermaßen eindimensional und flach – das stört aber hier nicht weiter, schließlich hat der Möchtegern-Ami-Slasher noch größere Schwachstellen – vor allem in der gestelzt wirkenden Inszenierung sowie der unausgegorenen Dramaturgie.
Fazit: Der schwache und hilflose Versuch, einen amerikanischen Teenie-Slasher zu kopieren. „Schrei, denn ich werde dich töten!“ ist einfallsloser, hohler Trash, der nicht selten unfreiwillig komisch wirkt. Beinahe Alles wirkt hier zweitklassig und der Film ist klischeehaft, was zuweilen allerdings auch unterhalten kann. Wieder ein Beweis dafür, dass Horror made in Germany nix taugt.