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PossessionDas etwas andere Bilderbuch einer Ehe. Das einer Gescheiterten. Eine unzufriedene Frau auf der Suche nach sich selbst mit dem festen Willen um jeden Preis auszubrechen…Ihr Mann unendlich vergehend in qualvollem Selbstmitleid, verzweifelter Wut, selbstzerstörerisch, rastlos suchend nach dem Warum?!...Aus Hilflosigkeit wird mit allen Mitteln gekämpft, mit psychischer und physischer Gewalt. Um seine Frau zum Umdenken und Bleiben zu bewegen…Vorwürfe, Schläge, Druck, Entzug des Sohnes…immer weiter treibt er sie fort von sich…Sie verletzen sich gegenseitig und auch  selbst um noch irgendetwas zu fühlen. Doch empfinden sie sich nichts mehr. Krampfhaft hält er fest, was längst verloren ist. Eine überaus beklemmende Stimmung gepaart mit abstrus-bewegten Bildern…dargestellt von einmalig vollendeter schauspielerischen Qualität durch Isabelle Adjani und Sam Neill. Der Neue der Frau, bildlich in Szene gesetzt als unförmiges Monster, welches mit der Zeit immer mehr an Gestalt gewinnt. Sie, die Frau, die selbst über Leichen geht um die Identität des Liebhabers geheim zuhalten. Der Mann, der in der Lehrerin des gemeinsamen Sohnes, seine einstige Frau wieder zuerkennen scheint. Fürsorglich, sanft, nicht aggressiv fordernd. Immer wiederkehrende explosionsartig entladene Gefühlkontraktionen in fotografisch umgesetzten abstrakten Bewegungsabläufen. Geniale Filmkunst trifft ungebremst auf die Alltäglichkeit. Die Berliner Mauer sinnbildlich eingesetzt um die Abgrenzung, die sich im Laufe der Zeit zwischen den Partnern gebildet und damit die Einheit entzweit hat, aufzuzeigen. Das Agentendrumherum womöglich das Wechselbad der Gefühle zwischen jagen und gehetzt werden oder einfach der Rahmen und die Leitung dieser bizarren Bilder. Denn…fand sie am Ende auf ihrem Selbstfindungstrip eigentlich doch zurück zu dem, was sie schon hatte, erkannte dies allerdings zu spät?...Da nun beide zum Schluss blutüberströmt, sterbend zusammen auf dem kalten Boden liegen. Der lange quälende Kampf beendet durch den Tod. Der Tod, dass Ende dieser Ehe. Beeindruckend, der Künstler, der uns so tiefe Einblicke in seine verwundete Seele gewährt.Mein Fazit: Dieses Werk zeigt uns, dass ein ab normales Kopfkino und absurde Handlungsweisen während der Trennungsphase einfach nur menschlich sind.Vielen Dank, Andrzej Zulawski, dass du uns durch deine Offenheit an deiner Gabe, Gefühle nicht nur wörtlich sondern auch bildlich darzustellen teilhaben und trotzdem genug Raum für unsere eigenen Interpretationen lässt.(Taiga für Endziel Filmzerstörung)

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