Inhalt:
China, während der spätmittelalterlichen Ming-Dynastie. Yin Chu (Lily Li), ist eine junge Schwertkämpferin und die Enkelin der legendären "Lady Hermit" Wu Chiu-Chai (Chen Li-Yun). Wu Chiu-Chai entwickelte einst ein Arznei, mit der man ... unsichtbar wird! Sie verabreicht dieses Mittel ihrer Enkelin, und Yin Chu kann tatsächlich nach Belieben völlig unsichtbar werden.
Sie liebt es, durch ihre Unsichtbarkeit anderen Streiche zu spielen. Alsbald aber gerät sie zwischen die Fronten zweier verbrecherischer Clans und deren familiärer Streitigkeiten. Dies sind die "Three Wolves" -Wang Yu (Tien Wen-Chung), "Albino" (Su Chin-Lung) und "Bearded" (Wang Chiu-Hsiung)- und die "Four Terrors" -Liu Yi Kung (Ko Yu-Min), Ho Kung-Mou (Tsai Hung), "#3" (Chiang Tao), "#4" (Yang Kuei Yu)-, und es kommt zu etlichen Kämpfen. Durch ihre Unsichtbarkeit und ihre Fight-Skills kann Yin Chu den Banditen Paroli bieten.
Die Gangster wenden sich an zwei schwer gehandicapte Männer, die sonderbar-magische Kräfte besitzen: Der beinlose "Legless Hermit" (Luo Bin) und der blinde "Blind Hermit" (Miao Tien). Beide wurden einst verkrüppelt bzw. geblendet von jener "Lady Hermit" Wu Chiu-Chai, der Großmutter des "Shadow Girl", der unsichtbaren Schwert-Dame... Yin Chu! Nunmehr sinnen die beiden auf Rache..., und sie können mit ihrer Magie Yin Chu verletzen und vergiften.
Gerettet wird Yin Chu durch den Arzt Ching Shao-Hua (An Ping aka On Ping). Der attraktive Mediziner will zudem das Geheimnis um das ´Unsichtbar-werden-können´ von Yin Chu ergründen, und entwickelt diesbezüglich ein Serum.
Gemeinsam stellen sie sich nunmehr allen Feinden. Es kommt zum Show-Down, zum Kampf auf Leben oder Tod...!
Kritik:
Im Jahre 1971 drehte Regisseur Hsin Chi für die Studios der Shaw Brothers diesen überaus raren, kaum bekannten WuXia-Fantasy-Eastern mit Lily Li in der Haupt- und Titel-Rolle. Der Streifen taucht in kaum einer Shaw-Filmliste geschweige denn -Ranking auf, und ich selbst verfüge auch nur über eine anscheinend äußerst seltene, englische VHS mit diesem Eastern.
Es entstand ein insgesamt recht flott-kompakt unterhaltender, fantasievoller und mit einer sich doch interessant entwickelnden Story versehener WuXia-Eastern. Die Bildqualität dieser Fassung, zudem mitunter weiße Untertitel -seitlich auch mal ´abgehackt´- vor weißen Hintergründen, lässt den Film kostengünstig wirken, wie einen Eastern der auch für die Shaw-Studios als B-Film konzipiert erschien. Das dürfte aber an der VHS-Fassung liegen, eine digitalisierte Fassung würde den Film sicher mehr "erstrahlen" lassen. Bemüht und kompakt unterhaltend ist "Shadow Girl" aber allemal, die Geschichte entwickelt sich gefällig, die Darstellungen überzeugen, die Figuren sind interessant und die Fightaction ist rasant und gar blutig.
Hinzu kommen dann noch die für einen so raren Eastern und anno 1971 ordentlichen Effekte. Die Hauptfigur kann unsichtbar werden, und das ist recht gut gemacht, und erinnerte an den Horror-Klassiker "Der Unsichtbare" ("The Invisible Man") aus dem Jahre 1933 aus den Studios von "UNIVERSAL" in Hollywood. Damals bahnbrechend und erfolgreich, zwei Fortsetzungen folgten in den 1940er Jahren. Also ziemlich gut gemacht und gar an Hollywood orientiert.
"Shadow Girl" mag einfach-simpel wirken, hat aber Charme, entwickelt sich in seiner Laufzeit, und hat dann doch etwas leicht Faszinierendes an sich.
Lily Li hat hier die Titel-Rolle, spielt recht unbekümmert und ist hier auf dem Zenit ihrer Attraktivität. Das konnte gefallen, und ich könnte Lily -leider vorletztes Jahr überraschend mit 74 verstorben- wohl nur dann von der Bettkante stoßen, wäre ich mit der Frau liiert die derzeit Deutschlands Männer verrückt macht... und sie heißt auch noch Männer... Stella Männer.
An ihrer Seite, als sanft-smarter Gentleman und Arzt, An Ping (On Ping), der mit sonorem Spiel und umsichtigen Auftreten in diesem WuXia glänzt. Die Villains sind stereo-typisch gezeichnet, rau-derbe Typen..., und mit Tsai Hung und Chiang Tao, hier noch blutjung, natürlich auch interessant-prominent besetzt. Eine besondere Villain-Performance und -Presenz bieten hier noch als magisch-sonderbare Typen mit schweren Handycaps (beinlos bzw. geblendet), Miao Tien und Luo Bin, dämonisch im Auftreten und Spiel, das hatte was!
Einen speziellen Auftritt bietet hier noch als legendäre "Lady Hermit" die Darstellerin Chen Li-Yun, hexenhaft und mit Zahnlücke in ihrer schummrigen Garküche und ihre Stick-Fightskills sind auch nicht ohne. In Nebenrollen noch etwas Shaw-B-Prominenz mit "Frankie" Wai Wang und der hübschen Yue Fung. Yue Fung, deutschen Eastern-Fans wohl am ehesten geläufig aus "Delightful Forest" ("König der Shaolin", siehe mein Review auf dieser Webseite) und als Mini-Messer werfendes Vamp-Girl in "The Pirate" ("Die Teufelspiraten von Kau-Lun", siehe mein Review auf dieser Webseite), ich könnte sie nur von der Bettkante stoßen, wäre ich mit Aisha Bowe liiert -tja, von was ich so träume-.
"Shadow Girl" ist nicht das, was man einen ´herausragenden Martial-Arts-Film´, einen krassen KungFu-Actioner, nennen kann, okay. Aber die Fightaction entwickelt sich, wie der ganze Streifen, flott-rasante Fightaction mit Swordplay und WuShu-Gemetzel, und das Finale ist blutig. Typisch WuXia gibt es auch irreal-tricky Einlagen, na ja okay.
"Shadow Girl", äußerst rar, einfach-simpel..., aber mit Potenzial, und zudem flott-kompakte Unterhaltung "für Zwischendurch" für den eingefleischten Anhänger der Shaw Brothers. Das sorgt für eine Bewertung knapp über Durchschnitt... 6/10.