"Lola im Meer der Illusionen" ist sicher kein Meisterwerk des romantischen Thrillers, aber gut gemachte, anspruchsvolle Unterhaltung mit dem "gewissen Etwas".
Regie-Neuling Gabriel Nieve setzt mehr auf Atmosphäre, starke Bilder und surreale Verwirrungselemente als auf Schock- und Blutorgien.
Thematisch variiert Nieve das Grundthema aus Hitchcocks "Vertigo": Jemand (in diesem Fall Lola, gespielt von Victoria Cardiél) verliert seine grosse Liebe und versucht, sie durch einen anderen Menschen zu ersetzen. Dabei begibt sich Lola in Lebensgefahr, denn auf der Suche nach ihrem Geliebten (abwechselnd von Alessandro Gazul und Franco del Puerto gespielt) steigt sie hinab in die Unterwelt - die Madrider Drogenszene. Nachdem sie überfallen und unter LSD gesetzt wurde, beginnt für die Ahnungslose ein Höllentrip, an dessen Ende sie zu der Erkenntnis gelangt, dass sie Teil eines mörderischen Komplotts war.
Fabelhafte Schauspieler - allen voran Victoria Cardiél - und wunderbare Bilder trösten über kleinere Drehbuchschwächen hinweg. Eine Augenweide: die Schönheit des Madrider Nachtlebens.