Durch "Tim und Struppi" bin ich wieder voll auf den Geschmack auf Steven Spielberg gekommen. Steven Spielberg, der Mann der mir so viele tolle Filmstunden geliefert hat, der Mann, der so viele Meisterwerke schuf und der Mann, der mich (mit Ausnahme von "Indy 4") noch nie enttäuscht hat. Nun möchte ich endlich die wenigen Spielberg Filme schauen, die ich noch nicht begutachten konnte. Ok, diese Filme kann ich an einer Hand abzählen, aber trotzdem fange ich heute mit dem, inzwischen fast vergessenen, Alien-Invasion Film "Unheimliche Begegnung der Dritten Art" an. Tja, was wäre Steven Spielberg ohne seine Aliens? Ich habe im Vorfeld nicht viel über den Film gehört, lediglich die berühmte Melodie, die auch im Titelmenü der DVD erscheint, kam mir doch sehr bekannt vor. Die Story ist jetzt nichts weltbewegendes, es geht mal wieder um den Besuch von oben. Der Familienvater Roy Neary macht bei einer nächtlichen Fahrt Bekanntschaft mit einem grellen Licht, welches vom Raumschiff aus abgerichtet wird. Aber nicht nur er hatte eine seltsame Begegnung mit dem grellen Licht. Auch sämtliche andere Bewohner scheinen mit dem merkwürdigen Besuchern in Kontakt getreten zu sein. Ticken die Bewohner, inkl. Roy, noch alle richtig oder handelt es sich bei den merkwürdigen UFOS wirklich um Wesen vom anderen Stern? Und warum bekommt man als Zuschauer das Gefühl, dass Roy immer wahnsinniger wird? Nun zunächst erst mal die Warnung an alle Actionfans. Wer hier einen Katastrophenfilm ala "Independence Day" erwartet wird gehörig auf die Schnauze fallen. Ich kenne ehrlich gesagt keinen ruhigeren Alien-Film als diesen hier, sogar "E.T." hatte noch mehr Nervenkitzel drin. Aber das soll jetzt nicht komplett negativ gemeint sein, denn im Großen und Ganzen hat mir der Film, besonders durch die erstaunlich realistisch wirkende Atmosphäre, sehr zugesagt und die Optik war für damalige Verhältnisse wirklich nicht von schlechten Eltern. Leider hat der Film ein gewaltiges Problem : Er geht viel viel viel zu lange. Stolze 132 Minuten hat dieser Streifen auf dem Kerbholz und leider sind das nicht immer sehr kurzweilige Minuten. Besonders die Schlussphase ist extrem anstrengend und viel zu lang gezogen. Das gesamte Finale hätte man wunderbar auf 20 Minuten reduzieren können, stattdessen bekommen wir zähe Dialoge und zu häufig absurde Wiederholungen geboten. Das Ende an sich war aber wirklich hervorragend und hat mir sogar eine angenehme Gänsehaut verpasst. Es war so ein Ende wo ich jetzt nicht konkret definieren konnte, ob es nun ein Happy End oder eher ein trauriges Ende ist. Nur eins wusste ich und zwar, dass es eins schönes Ende ist. Schauspielerisch ist das Ganze natürlich auf einem ganz hohen Niveau. Sämtliche Akteure spielen glaubhaft, besonders unser Hauptdarsteller Richard Dreyfuss macht einen extrem überzeugenden Job als leicht verrückten Familienvater mit hohem Sympathiefaktor. Was mir besonders gut an "Unheimliche Begegnung der Dritten Art" gefallen hat war, dass es so viele Genres vereint. Der Film beschäftigt sich zeitweise gar nicht mehr so groß mit den Aliens, sondern viel mehr um die Familie von Roy, die durch seine seltsame Begegnung zu zerstören droht. Somit ist dieser Film nicht nur ein verzauberndes, wenn auch zu lang geratenes Abenteuer, sondern auch ein sehr gut gespieltes Familiendrama.
Der Film wird sicherlich nicht für Jeden geeignet sein und auch ich muss zugeben, dass der Film zeitweise sehr anstrengend sein kann. Dennoch hat mich der Film irgendwie fasziniert, was zum Großteil an dem facettenreichen Szenario und der abwechslungsreichen Story lag. Somit dürften reinrassige Alien-Fans zwar enttäuscht werden, aber für Fans, die mal einen etwas anderen Alien sehen wollen genau das Richtige sein.
Fazit : Für mich persönlich nicht ganz so stark wie "E.T.", "Independence Day" oder "District 9". Trotzdem ist dieser Film sehr empfehlenswert, auch wenn der Rewatch Faktor eher gering ist.
8/10