Review

Bei diesem Film fällt mir nichts Anderes ein als ein "Yeah!". Nachdem der "Batman"-Film mit "Batman & Robin" seinen sowohl künstlerischen als auch schauspielerischen Tiefpunkt erlebte (ja, George Clooney wirkte wie ein Model, welches Werbung für hautenge Gummi-Kostüme macht - sowas wie Charakter-Entfaltung suchte man vergebens) war ein solch geniales Prequel freilich nicht zu erwarten. Nachdem uns Joel Schumacher beim oben genannten teuersten Trash-Film aller Zeiten die Augen und Ohren zudröhnte, vermochte es Regisseur Christopher Nolan ("Memento"), ein düsteres, schauspielerisch hochwertiges und vor allem glaubwürdiges Prequel um die "Entstehungsgeschichte" des dunklen Ritters zu schaffen. Ungleich dem kreischbunten Comic-Strip "Batman & Robin" gelang es Nolan auch, auf inhaltlicher Ebene zu überzeugen, was bei Comic-Verfilmungen eher selten gelingt.

Zur Story: Bruce Wayne muss als Kind mit ansehen, wie seine Eltern erschossen werden und schwört Rache. Nach seinem Studium begibt er sich auf Reisen und lernt von Ra`s Al Ghul die Kunst, wie ein Ninja zu kämpfen. Als er dann ins korrupte Gotham City zurückkehrt, welches in Verbrechen und Sünde unterzugehen droht, beschliesst er als "Batman" dagegen vorzugehen. Dabei hat er die Rechnung aber ohne seinen "Scarecrow" und dessen mysteriösen Auftraggeber gemacht, welche planen, Gotham in einer Giftgas-Wolke zu ersticken...

Düster, düster und nochmals düster - so kommt "Batman Begins" daher. Das wirkt allerdings in keinster Weise bemüht, da sich nur dadurch die zerrissene Seele des (Anti-) Helden glaubhaft darstellen lässt. In Sachen Action sicherlich genauso gut wie sein Vorgänger, gelingt es dem Film darüber hinaus, eine packende und spannende Story zu erzählen, welcher durch die hochkarätige Besetzung Tiefgang verleiht wird. Christian Bale nach seiner Rolle als abgemagerter "Maschinist" im gleichnamigen Film brilliert als seelisch zerrissene menschliche Fledermaus, Michael Caine als sein Butler Alfred sorgt für eine Prise trockenen britischen Humor, Morgan Freeman überzeugt in seiner Rolle als schlitzohriger "Gehilfe" Lucius Fox, Gary Oldman macht seine Sache als Sgt. Gordon ganz gut und Liam Neeson kauft man auch seine diabolische Rolle als Bruce Wayne`s Ninja-Ausbilder ab. Einzig Katie Holmes als Bruce`Jugendfreundin, Ken Watanabe ("Last Samurai") als Ober-Ninja und Cillian Murphy ("28 Days later") als "Scarecrow" kommen etwas zu kurz. Letzterer wird als Bösewicht meiner Meinung nach schlichtweg verheizt - schade drum.
Die Effekte und die Actionszenen sind perfekt und wohl Anwärter für den nächsten "Oscar". Neben der künstlich generierten Metropolis Gotham City und dem hochdramatischen Finale in der Hochbahn überzeugen vor allem die Verfolgungsjagden mit dem Bat-"Tank" und die "Vergiftungs-Erscheinungen" gegen Ende des Films - jetzt habe ich eigentlich schon zu viel verraten.

Für mich ist "Batman Begins" die beste Comic-Verfilmung des Jahres und ich denke, selbst die "Fantastischen Vier" können dieses tricktechnisch und schauspielerisch nahezu perfekte Kinoerlebnis nicht mehr toppen. Der erste potenzielle Sommer-Blockbuster, der nicht enttäuscht (im Gegensatz zu der Gurke "Star Wars: Episode 3").
Auch Comic-Fans sei der Kino-Besuch empfohlen, hält sich der Film doch hauptsächlich an die Vorlage.
Das Einzige was wirklich nervt, ist Batmans aufgesetzt wirkende Kehlkopfkrebs-Stimme, aber die hört man ohnehin nur selten. Also ab ins Kino und genießen...

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