Jubel, Trubel, Düsterkeit. Seid zur Düsterkeit bereit! Der neue Batman, verkörpert von „American Psycho“ Christian Bale, stellt genau das dar, was sich Bob Kane wohl damals vorgestellt hat, als er „Batman“ erschuf. Einen dunklen Rächer, der keine Gnade kennt. Christopher Nolan sei Dank, dass wir nun endlich – nach so langer Wartezeit – endlich wieder eine würdige Verfilmung der Geschichten des Mannes im Fledermauskostüm zu sehen bekommen.
Bruce Wayne (Christian Bale) musste als Kind mit ansehen, wie seine Eltern von einem Taschendieb ermordet wurden. Seitdem hegt er tief in seinem Innersten Rachegedanken, die er letztendlich nach Jahren auch in die Tat umsetzt. Einige Zeit später erscheint er erneut als Rächer in der von Kriminalität und Korruption durchtriebenen Stadt Gotham City auf. Diesmal in der Gestalt von Batman, versucht er, die zunächst undurchschaubaren Pläne des Gangsterbosses Falcone und des wahnsinnigen Doctor Crane (Cillian Murphy) zu durchkreuzen…
So dunkel, dreckig und gnadenlos Bruce Waynes Heimatstadt Gotham City in diesem Film erscheint, genauso dunkel und gnadenlos erscheint auch der Held dieser Comicverfilmung. Christian Bale verleiht Batman neuen Glanz, ein neues, böses (aber dennoch sympathisches) Image, das kontinuierlich erweitert wird und schließlich gar in der genialen Interpretation, die Bale für diese Rolle gefunden und durch stimmliche Unterschiede zwischen Wayne und Batman stilisiert, seine Perfektion findet. Eine bessere Besetzung dieser Rolle hätte es nicht geben können! Da kann man bei der ganzen Schwärmerei ob der Leistung Bales schon mal leicht vergessen, dass da doch noch einige weitere Hochkaräter über die Leinwand huschen. Michael Caine gibt einen wundervoll väterlichen Butler Alfred, Katie Holmes sieht (wieder einmal) einfach nur schnuckelig aus in ihrer Rolle als Staatsanwältin Rachel Dawes (da ist es auch egal, dass man ihr die Rolle der Staatsanwältin nicht so richtig abkaufen kann); Morgan Freeman als Tüftler Lucius Fox, Cillian Murphy als Doctor Crane und schließlich Liam Neeson als Bruces Waynes Kampflehrer Ducard, sie alle agieren auf ihrem gewohnt hohen Niveau; also: keinerlei Ausreißer hinsichtlich der schauspielerischen Leistung zu vermelden!
Die Story beginnt mit einer Rückblende in die Kindheit von Bruce Wayne, in der zunächst seine Angst vor Fledermäusen eine Erklärung findet. Über die „Episode“ der Ermordung seiner Eltern hinweg erhalten wir schließlich Einblick in die Ausbildung von Bruce Wayne zu einem Kämpfer der „Gesellschaft der Schatten“. Mit dieser Ausbildung gewinnt die Geschichte letztendlich auch an enormer Fahrt, die sie im weiteren Verlauf nie verliert; dem Zuschauer wird nahezu keine Minute Ruhe gelassen… in drei Worten: Action, Action, Action! Zwar mag dem einen oder anderen das Drehbuch etwas überladen vorkommen (ja, es ist wirklich randvoll gepackt mit Ent- und Verwicklungen jeglicher Art), aber die Geschichte verfolgt konsequent ihren so genannten roten Faden, sodass der Film nie wirr oder gar ungeplant wirkt.
„Batman Begins“ ist endlich wieder eine Batman-Verfilmung, die von Anfang bis Ende sehenswert ist (was man bisher allenfalls von den Burton’schen Bat-Männern behaupten konnte). Anschauen, mitfiebern, staunen, genießen! Hoffen wir, dass die Kombination Nolan/Bale noch lange Bestand hat, denn so kann „Batman Begins“ der Anfang einer hervorragenden Comic-Reihe in unseren Kinos werden! 9,5 von 10 Punkten!