Review

"Weihnacht winkt, Batman stinkt, Robin legt ein Ei.
Batmobil taugt nicht viel und der Joker, der entkommt - hey!"

Das Sozusagen-Prequel BATMAN BEGINS hat mit seinen comic-haften Vorgängern nicht mehr viel gemein. Bei denen wurde nicht viel erklärt: Da sauste Batzi einfach mit immer ausgefeilteren Autos rum oder zog mir nichts dir nichts 20 verschiedene todbringende Waffen aus seinem Allzweckgürtel...
…hier läuft alles wesentlich rationaler ab: Da wird uns erklärt,
- dass das Batmobil ein ausrangiertes Gefährt ist, das eigentlich zur Konstruktion von Brücken gedacht war
- dass das Bat-Kostüm eigentlich als Kampfanzug der US-Army geplant war, sich wegen seiner hohen Kosten aber nicht durchsetzen konnte
- und dass Bruce Wayne die Fledermaus zu seinem Wappentier erhoben hat, weil er mit diesen geflügelten Ratten ein noch zu bearbeitendes Kindheitstrauma verbindet.

Soso, aha…, ähhh, so genau wollt ich’s eigentlich gar nicht wissen, aber trotzdem danke!
Erster heftiger Minuspunkt also: Der Streifen gewährt einen zu tiefen Einblick hinter die Kulissen des Superhelden, wodurch die Geschichte des dunklen Racheengel leider stark an Mystik, Diabolik und kindlichem Zauber verliert.
Der Einblick in die Psyche unseres Lieblingsflattermanns fällt im Gegenzug dazu ganz Hollywood-like natürlich völlig platt und klischeehaft aus…
…aber mal im Ernst: Ein Actionheld wie Batman sollte auch nicht zu sehr „vermenschlicht“ werden, oder?!

Zu den Darstellern:
Christian Bale geht als Multimillionendollar-Bengel Bruce Wayne gerade noch so durch,
Robert Altman – der Cop seines Vertrauens – wirkt wie Helge Schneider nach der Entgiftung
und mit Morgan Freemans Rolle des "netten Schwarzen" konnte ich irgendwie auch nur wenig anfangen.

Zur Action:
Ganz kurz: Alles Batman-typische und –erdenkliche wird geboten. Optisch brillant, richtig zackig und fetzig alles und „SPLATT!“, „SOCK!“, „WHAMM!“ und „POW!“ sind in weiter, weiter Ferne…
Stimmt doch gar nicht, dass die Amis ihr ganzes Geld nur in die Aufrüstung stecken…

Und nun meine persönliche „Schade, dass…“-Charts:
Schade, dass Bösewicht und Rivale „Scarecrow“ nur so am Rande vorkommt. Der hätte Potential zu weitaus mehr gehabt…
Schade, dass Batmans Entstehung von dem in einem Ninja-Kloster im Himalaja Ausbildung machenden (Nix gud deutsh, tschldigong…) Bruce Wayne so dämlich ausfällt.
Und schade, dass Batman immer mit dieser seltsamen Kehlkopf-Krebs-Stimme reden muss…

Fazit:
Als Film ganz nett, auf jeden Fall ansehbar und auch ganz unterhaltsam…, aber kaum mehr als Comic-Verfilmung identifizierbar, ...und wenn man ihn nicht kennt, dann hat man, um ehrlich zu sein, auch nicht wirklich was verpasst....
Kopfkino-Liebhabern werden die Mängel ferner förmlich ins Gesicht springen…

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