Review

Alles hat einen Anfang, so auch endlich Batman. In „Batman begins“ zeigt Christopher Nolan, wie der durch den Tod seiner Eltern gebrochene Millionär Bruce Wayne zum Verbrechensbekämpfer wurde.


Hass und Rache bestimmen nur noch das Leben von Bruce Wayne (Christian Bale). Nachdem er als Kind den Tod seiner Eltern miterleben musste, frisst sich der Hass weiter durch Waynes Leben. Er geht auf eine lange Reise, wo er sich u.a. zu einem Kämpfer ausbilden lässt. In den Höhen des Himalaja lässt sich Bruce von Henri Ducard (Liam Neeson) zum unschlagbaren Kämpfer ausbilden. Doch Ducards hat eigene Pläne. Er will, dass Bruce Gotham City vollkommen den Erdboden gleichmacht, da in seinen Augen Gotham City nur eine korrupte Stadt ist mit korrupten Menschen, in denen das Gesetz eh nicht mehr zählt, da jede einflussreiche Person nur noch geschmiert wird.
Als Bruce einen Menschen umbringen soll, um seinen Willen zu zeigen, die Welt zu verändern, lehnt Bruce ab. Es kommt zum Kampf, Bruce rettet Ducard vor dem Tod und geht zurück nach Gotham City. Dort wird Bruce von seinem alten Butler Alfred (Michael Caine) empfangen, Schnell sieht Bruce, dass Gotham City und die Staatsanwältin Rachel (Katie Holmes), eine frühere Kindheitsfreundin von Bruce, dringend seine Hilfe benötigen gegen das korrupte System. Mit Hilfe von Alfred und Lucius Fox (Morgan Freeman), einen Arbeiter aus dem Wayneimperium, verwandelt sich Bruce in Batman, der den schwachen und hilflosen Menschen hilft und Verbrecher jagt. Doch Bruce wird einen Gegner bekommen, von den er jetzt noch nichts ahnt...


Nun wissen wir endlich, wie Bruce Wayne zu Batman wurde. OK, dies ist sicherlich nicht so spektakulär wie die Verwandlung eines Anakin Skywalker zum berüchtigten Darth Vader, aber wissen wollte man dies ja auch immer schon.
Und wie man sich es denken kann, ein erster Teil eines Epos ist immer etwas langatmig, und da ist auch „Batman begins“ keine Ausnahme. Die Figur des Batman braucht mindestens eine Stunde, um erstmals auf den Bildschirm zu erscheinen. Bis dato erleben wir zahlreiche Rückblicke aus Waynes Leben und was in Gotham City passiert.

Mittlerweile erleben wir den 4. Batman nach Michael Keaton, Val Kilmer und George Clooney. Adam West lasse ich mal weg, der war zu seiner Zeit eh einzigartig.
Auch wenn Bale einen guten Batman abgibt, in meiner Gunst gelingt es ihm nicht, an Keaton vorbeizuziehen. Keaton ist für mich der beste Batman, danach kann man aber gleich Bale einordnen. Kilmer und Clooney sehe ich eher als Rohrkrepierer, wobei die Filme nicht minder besser waren. Unfreiwillige Komik und es zeigt sich, eine Garde von Topstars ist noch lange kein Garant für einen guten Film.
Zum Glück fährt Nolan mit „Batman begins“ wieder die etwas düstere Schiene und geht weg von den Happy-Color- und wir-sind-so-lustig-Batman-Filmen. Zwar gibt es auch in „Batman begins“ die eine oder andere lustigere Szene, doch immer mit einen Augenzwinkern und nicht darauf bedacht, einen Sprüche- und Kalauerwettbewerb abzuziehen wie in „Batman & Robin“.

Auch „Batman begins“ hat eine Reihe von Hollywoods besten Schauspielern. Wieder mal muss ich sagen, gefallen mir die Nebenrollen besser als die eigentlichen Protagonisten. Liam Neeson ist seit „Schindlers Liste“ eh im Schauspielerolymp, auch hier bietet er wieder eine exzellente Leistung. Gary Oldman gibt einen außerordentlichen sympathischen Polizisten Gordon, der als einer von wenigen sich nicht schmieren lässt. Auch Morgan Freeman in seiner kleinen Rolle kommt ziemlich sympathisch rüber.
Nicht so gefallen hat mir Butler Alfred, dargestellt von Michael Caine. Caine ist kein schlechter Schauspieler, um Gottes Willen, er macht seine Sache gut, doch auch hier habe ich ein Bild im Kopf, dass sich wie Keaton nicht mehr ändern lässt. Der wahre und einzige Alfred ist und bleibt für mich Michael Gough.

Als völlige Fehlbesetzung gilt für mich hier Katie Holmes. Jeder Batmanfilm muss eine hübsche Frau beheimaten. Dieses Talent spreche ich Katie Holmes hier natürlich nicht ab, mehr kommt aber nicht, denn ihre Rolle ist alles andere als ergiebig. Eine hübsche, junge Staatsanwältin, die gegen die Korruption kämpft und sich nicht aufhalten lässt. Und jeder weiß, wie es ausgehen wird. Ob es die Rolle der Staatsanwältin nun gegeben hätte oder nicht, ist für diesen Film recht unerheblich.

Des weiteren fehlt mir auch im Film ein richtiger Böse wicht. Natürlich gibt es einen (sogar noch mehr), doch eine wirklich zentrale Figur gibt es diesmal nicht. Zwar taucht die Figur „Scarecrow“ auf, doch ist auch diese mehr eine Nebenfigur. Einen Joker oder Pinguin gibt es hier nicht.

Was nicht zu kurz kommt, ist natürlich die Action und im letzten Drittel des Filmes wird dann Gothman City auch nach aller Kunst richtig zerlegt. Wenn Batman in seinem Vorläufermodell des Batmobils durch die Gegend fährt, bleibt kein Auge trocken.
Leider gelingt es dem Film nicht, nahtlos an den ersten Batmanfilm mit Keaton anzuknüpfen.
Hier sterben Waynes Eltern durch einen recht unbekannten Kriminellen, im ersten Batman war noch der Joker selbst der Mörder. Auch kennen sich Batman und Gordon im ersten Teil noch gar nicht, hier schon. Immerhin wird versucht, eine Überleitung zum Joker zu finden, doch auch diese versagt zumindest, wenn man es genau nimmt.


Fazit: „Batman begins“ ist für mich nicht der Überfilm, wie er immer gehandelt wird und Bale ist auch nicht der beste Batman. Das ist Keaton. Aber Bale ist ein guter Batman und „Batman begins“ ist besser als der dritte und vierte Teil und schließ nicht nahtlos an die beiden Keatonfilme in meinen Ranging an. „Batman“, „Batmans Rückkehr“ und „Batman begins“, dies sind die Filme, die man gesehen haben sollte, der Rest ist quatsch und völlig uninteressant. „Batman begins“ bietet solide Unterhaltungskost und einiges an Action.
Die meisten Darsteller sind klasse besetzt und so bietet der Film kurzweilige Unterhaltung.

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