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Nachdem er als kleiner Junge mit ansehen musste, wie seine Eltern auf offener Straße getötet wurden, flüchtet er nach Asien und erlernt dort verschiedene Kamptechniken bei einem Ninja, gespielt von Ken Watanabe, und dessen Lakaien, gespielt von Liam Neeson, vereitelt dann den Plan seiner Ausbilder, Gotham zu vernichten. Nun kehrt er als Erwachsener, gespielt von Christian Bale, zurück und muss feststellen, dass das Verbrechen in Gotham regiert und, dass eine gute Freundin von ihm, gespielt von Katie Holmes, die als Staatsanwältin arbeitet, von eben diesen Verbrechern bedroht wird, die ein Gift in das Kanalsystem einleiten und Gotham zerstören wollen.

Kaum eine Filmreihe brachte so viele verschiedene und wechselhafte Werke hervor wie die "Batman"-Reihe. Angefangen mit den beiden skurrilen Filmen von Tim Burton, die mir persönlich nie gefallen haben, über die beiden kunterbunten und handlungsarmen Filme von Joel Schumacher, der kläglich daran scheiterte Burtons Stil kopieren zu wollen, bis hin zu diesem neuen Werk von Christopher Nolan. Dass es so wie bisher nicht weitergehen konnte war klar und mit der Einstellung von Nolan als Regisseur, der zuvor mit "Memento" und "Insomnia" zwei hervorragende Thriller auf die Leinwand gebracht hatte, setzt man ein deutliches Zeichen. Und Nolan macht wirklich alles anders. Nicht nur, dass die Handlung wesentlich besser ist als bei den letzten Filmen und endlich gezeigt wird, wie der Superheld zum Superhelden wurde, Nolan beginnt auch mit einer ganz neuen Inszenierung mit düsterer Action und einer gespannten Atmosphäre und im Wesentlichen ist es natürlich Nolan, der dieser, neben "Sin City" bisher besten Comic-Verfilmung überhaupt, seinen Stempel aufdrückt. Endlich ist die Kulisse von Gotham, auf die schon Schumacher und Burton hingearbeitet haben, perfekt und Nolan bringt sie mit optischer Perfektion und einer überragenden Farbgebung auf die Leinwand und liefert allein damit schon einen sehr hohen Schauwert. Anfangs lässt er sich Zeit, um die Geburt des Helden zu verfilmen, doch in der zweiten Hälfte des Films erhöht er das Tempo immer weiter, baut zunehmend eine gespannt Atmosphäre auf, woran auch der hervorragende Soundtrack von Hans Zimmer beteiligt ist und baut zum furiosen Finale hin konstant Spannung und Dramatik auf. Die Action-Szenen sind ebenfalls hervorragend gemacht und genauso düster wie der Rest des Films. Nolan schafft es bis zum Ende das Tempo immer weiter zu steigern und so schließlich atemlose Hochspannung aufzubauen. Dabei verzichtet Nolan glücklicherweise auf alle die Skurrilitäten von Burton und Schumacher und bringt so einen richtig spannenden Film auf die Leinwand und den absoluten Höhepunkt der Reihe, bleibt nur zu hoffen, dass Nolan dies mit "Dark Knight" erneut schafft. Das Finale ist dabei das Beste am Film, mit dem Nebel, der düsteren Action und den hervorragenden Effekten wird vor allem hier besonders viel Spannung aufgebaut. Mit einem bisschen Humor wird dieser, im Prinzip perfekte Blockbuster abgerundet.

Schon wenn man sich den Cast ansieht, den sich Nolan da so zusammengekratzt hat, läuft einem doch das Wasser im Mund zusammen und wirklich alle Darsteller können voll und ganz überzeugen. Christian Bale, der vor allem in "American Psycho" und "Equilibrium" brillieren konnte ist hier zum ersten Mal in seiner Paraderolle zu sehen und tritt hervorragend in die Fußstapfen von George Clooney, Michael Keaton und Val Kilmer. Vor allem in dieser düsteren und spannenden Batman-Verfilmung sind hervorragende Darsteller von Nöten und Bale spielt seine Rolle überzeugend und toternst. Michael Caine ist wie immer absolut überzeugend und bereichert den Film mit seinem trockenen, britischen Humor. Gary Oldman kann als Polizist ebenfalls brillieren und kommt nach ein paar unbedeutenden Nebenrollen endlich wieder in einem starken Blockbuster zum Zug und kann so an Erfolge wie "Leon - Der Profi" oder "Bram Stokers Dracula" anknüpfen. Katie Holmes ist charmant und sympathisch wie eh und je und verkauft sich als idealistische Staatsanwältin sehr gut, genauso wie Ken Watanabe und Tom Wilkinson, die Bösewichte spielen dürfen. Liam Neeson spielt den Fiesling sicherlich nicht schlecht, dennoch ist es meiner Meinung nach sehr ungewohnt Neeson, der sonst eigentlich eher sympathische Rollen, allen voran natürlich in "Schinderls Liste" spielte, in einer dermaßen unsympathischen Rolle zu sehen. Morgan Freeman, der eine eher kleinere Nebenrolle übernommen hat, ist ebenfalls ganz gut, genauso wie der übrige Cast.

Bei den Storys von Comic-Verfilmungen ist man viel Kummer gewohnt, doch diese hier ist durchaus ordentlich und verglichen mit anderen Filmen des Genres nahezu genial. Statt die Geburtsstunde des Helden mit einer Mutation, einem Spinnenbiss, oder sonst etwas zu begründen, gibt man sich Mühe den Charakter solide zu konstruieren und lässt sich viel Zeit, um eben diese Geburtsstunde darzustellen und damit lässt sich auch der etwas langsam gewordene Anfang verzeihen. Thriller-Experte Nolan hält ein paar unvorhersehbare Wendungen bereit und kann somit noch mehr Spannung aufbauen, außerdem gibt es eine durchaus gelungene und düstere Milieustudie von Gotham, der Stadt der Verbrechen und Korruption. Vielschichtig ist die Handlung zwar nicht unbedingt, aber die beste der Reihe ist sie allemal und darüber hinaus macht sie, wie der ganze Film, nur den Eindruck, als wäre es der Auftakt zu etwas Neuem, Größerem und in "Dark Knight" wird Nolan dann ja direkt mit einem Paukenschlag starten können.

Fazit:
Mit einer düstern und spannenden Inszenierung beginnt Christopher Nolan im Prinzip eine neue Reihe und kann mit einer dichten Atmosphäre, einer optisch brillianten Kulisse und hervorragenden Action-Szenen konstant Spannung aufbauen und an Tempo zulegen. Mit dem namenhaften und brillierenden Cast und der beachtlichen Story ist "Batman Begins" neben Sin City die bisher beste Comic-Verfilmung und der mit Abstand beste Teil der Reihe.

96%

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