Die goldene Ära Spencer/Hill war bereits Ende der 70er Jahre am Abflauen, „Vier Fäuste gegen Rio" vielleicht mal ausgenommen, gab's in der folgenden Dekade kaum noch Filme, die an das Flair der früheren Streifen anknüpfen konnten. Mit „Das Krokodil und sein Nilpferd" ließen es unsere beiden Prügelknaben 1979 noch einmal so richtig krachen.
Kulissenmäßig ist man nach „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" zum zweiten Mal im Dschungel unterwegs, diesmal im afrikanischen, und Schurken, die hier ihr Unwesen treiben, gibt es natürlich auch wieder zuhauf. Auch wenn das nahezu gleiche Ambiente wieder herrliche Abenteueratmosphäre hervorkitzelt, sind beide Filme doch vom Aufbau sehr verschieden geraten. Gefallen können einem beide, doch während „Zwei Himmelhunde..." eher von melancholischer Schwermut getragen wird und auch die Kloppereien dezent ausfallen, ist dieser Film der lustige Bruder des ersteren: Es werden wieder mehr Sprüche geklopft, rumgealbert und natürlich feste ausgeteilt.
Interessant, wie die Macher es immer wieder verstehen, bei all dem eher sinnlosen Gekloppe immer noch ein Hauch von kritischen Untertönen mitschwingen zu lassen. Bei „Zwei Himmelhunde..." stand die Ausbeutung der Natur mit dem übermäßigen Schürfen nach Bodenschätzen im Mittelpunkt, hier geht's um ein anderes brisantes Thema aus Afrika: Die Jagd nach Tieren, sei es als kostbare Jagdtrophäen oder als gewinnbringenden Weiterverkauf an überseeische Tiergärten. Leider ist auch der dicke Tom (Bud Spencer) einer von denen, die sich durch Touristensafaris ihr Geld verdienen. Doch sein Cousin Slim ist ja der gute, man muss nur hartnäckig die Touren sabotieren, dann wird man schnell einsichtig. Außerdem kann man ja auch anders sein Geld verdienen: Herrlich, wie sich die beiden mit einem neu gekauften Bus daran machen, die Touristen mit anderen Methoden auszunehmen, denn Urlauber müssen wie Weihnachtsgänse behandelt werden. Da kann es schon mal passieren, dass rein zufällig in einem afrikanischen Dorf der Motor schlapp macht und die Reisenden sich allerlei Schnickschnack kaufen müssen, wie man sieht, schon damals gab's Kaffeefahrten.
Aber auch die Rückdrängung und Drangsalierung der schwarzen Bevölkerung wird hier am Rande thematisiert, und hier sind sich unsere zwei Freunde ausnahmsweise mal wieder einig: Die Hütten am See - in etwa so standhaft wie Bullys Apachenpub - werden den Schergen des Oberschurken Ormond nicht übergeben! Lustig, wie hier jeder für sich nach seiner Methode vorgeht, statt vereint im Doppel. Das erinnerte irgendwie an die legendäre Bohnenszene aus „Vier Fäuste für ein Halleluja".
Was auffällt, ist das enorme Tempo, was hier vorgelegt wird. Selten stehen unsere beiden Helden auf der Stelle, und immer wieder gibt's es diverse Scharmützel. Auch die anderen Zutaten dürfen nicht fehlen, neben dem berühmten Fressgelage gibt's auch wieder ein paar gelungene Kartentricks von Hill zu bewundern. Schade nur, dass man auf ein zünftiges Prügelfinale diesmal aber verzichtet hat, denn die Schlussszene auf dem von Ormonds gecharterten Schiffs war dafür eigentlich wie geschaffen. Doch nachdem alle Tiere bei anrührender Musik aus dem Laderaum wieder zurück in die Wildnis entfleuchten, mussten die Bösen ohne Dresche ins Wasser abtauchen, irgendwie doch sehr schade. Das ändert aber nichts daran, dass dieser Streifen zu den besten Spencer/Hill-Filmen zählt, denn was will man mehr, wenn sogar Bud Spencer anfängt zu singen? Viel kann es nicht sein...