Herzlichen Glückwunsch, A House of Mad Souls aus Thailand ist der schlechteste Horrorfilm, den ich jemals außerhalb des Amateurfilmgenres bewundern durfte (obwohl man ihn inszenatorisch, darstellerisch und optisch auch fast dazurechnen kann). Und ich darf hinzufügen, ich bin das Ansehen schlecher (Horror-)Filme gewohnt. Wo der Durchschnitts-Mainstreamgucker schon genervt ausschaltet, mache ich es mir mit einem neuen Bier normalerweise gerade erst so richtig schön gemütlich.
Es fällt schwer, die richtigen Worte zu finden, um die Zumutung namens A House of Mad Souls auch nur annäherungsweise zu beschreiben. Die Dialoge sind nicht nur schlecht – schlecht wäre ja immerhin noch Uwe-Boll-Niveau –, sie müssen aus einer Welt jenseits des Wahnsinns stammen. Zum Teil kann es auch an den Untertiteln liegen, zugegeben. Da diese grammatikalisch einigermaßen in Ordnung gehen (als Gradmesser für die Qualität der Übersetzung), dürfte der Großteil der Schlechtigkeit aber doch von den Dialogen selber und nicht von den Untertiteln herrühren. Und das „Beste“ daran: da der Film zumindest ein Superlativ der Filmgeschichte verdientermaßen für sich verbuchen kann, nämlich: „schlechteste Rückblenden aller Zeiten“, bekommen wir fast jede schlechte Szene mindestens zweimal zu sehen – manchmal auch öfter–, u.a. auch die Stelle, an der der Freund der Hauptdarstellerin mit ihr Schluss macht und dabei weinselig als einen der Gründe anführt, wie schlimm er es findet, dass sie sich bei der Geburtstagsparty seiner Mutter nicht verabschiedet hat, als sie gegangen ist. Dieses hervorragende Gespräch bekommen wir in voller Länge (gefühlte Zeit: 40-50 Minuten) dadurch glücklicherweise zweimal zu sehen.
Was wir leider auch immer und immer wieder zu sehen und zu hören bekommen, ist ein unfassbar potthässlicher Junge mit dem fantastischen Namen „Bass“, der über eine äußerst eklige quäkige Stimme (auf thailändisch) verfügt und alleine durch seine bloße Existenz der Forderung nach der Wiedereinführung der Prügelstrafe für alle dämlichen Blagen neuen Vorschub leistet. Ach ja, der blöde Bengel soll eine Art Geist sein (natürlich nur in der Gegenwart des Films und nicht in den Zillionen Rückblendenschnipseln, in denen er auftaucht). Denn A House of Mad Souls hegt den Anspruch, als Geister-Horrorfilm bezeichnet zu werden. Man könnte vermuten, dass der Film nach der Formel: „je schlechter, desto besser“ ein unterhaltsamer Spaß in alkoholgetränkter Runde wäre, doch Obacht ist geboten. A House of Mad Souls ist so schlecht, dass akute Ansteckungsgefahr herrscht. Wundert euch deshalb nicht, wenn ihr euch nach dem Ansehen verständlicherweise todmüde ins Bett begebt und am nächsten Morgen mit auf den Rücken geknoteten Ärmeln in einem Zimmer mit gepolsterten weißen Wänden aufwacht.