Die betrügerische Spiritistin Blanche wird von einer schrulligen, reichen Alten damit beauftragt, mittels ihrer vermeintlichen übersinnlichen Fähigkeiten den vor Jahrzehnten zur Adoption freigegeben, unehelichen Sohn ihrer Schwester ausfindig zu machen, damit dieser nach ihrem Tod als Wiedergutmachung das beträchtliche Familien-Vermögen erben kann. Zusammen mit ihrem Freund, dem Taxifahrer George, gelingt es dem falschen Medium tatsächlich, dem besagten Neffen nach und nach auf die Spur zu kommen... doch dieser entpuppt sich dummerweise als Hälfte eines Kidnapper-Pärchens, das nun vermutet, dass man ihm im Fall eines entführten Bischofs auf die Schliche gekommen ist und alles daran setzt, sich der unliebsamen Schnüffler zu entledigen. Okay, es ist nicht "Der unsichtbare Dritte", " Psycho" oder "Die Vögel", aber Hitchcocks letzter Film ist dennoch etwas besser als sein Ruf und ein einigermaßen launiges Comedy-Thrillerchen, bei dem das inszenatorische Genie des Regisseurs jedoch allenfalls nur noch sporadisch aufblitzt und das für das Baujahr '76 doch auffällig altmodisch daherkommt, denn immerhin lugt im Folgejahr bereits "Star Wars" um die Ecke. Die humorigen Einsprengsel sind leider nicht besonders subtil gehändelt, sondern beißen sich auf ihre bisweilen kreischig-vordergründige Art immer wieder mit den Spannungs-Momenten, die Hitchcock doch - so sollte man meinen - sehr viel leichter von der Hand hätten gehen sollten... doch vielleicht hätte es dazu auch eines besser ausbalancierten Drehbuchs und einer weniger komplex-verschwurbelten Geschichte bedurft. So gewinnt man trotz "Joa, war okay"-Feeling im Anschluss doch den Eindruck, dass Hitchcock es für seinen Abschied von der filmenden Zunft vielleicht doch bei dem sehr viel stärkeren, vorhergehenden "Frenzy" hätte belassen sollen...
6/10