Review

Um Himmels Willen...!!!

Ich habe mir diesen Film lediglich im Rahmen der Schlefaz-Reihe angesehen, weil ich aus Prinzip einfach erst mal alles anschaue, was Kalkofe und Rütten da durch den Kakao ziehen - meistens ist es das Anschauen wert.

Aber beim Film "Max und Moritz Reloaded" kann auch der beste Kommentar nichts mehr retten. Selten hat ein Film das Prädikat "Schlechtester Film aller Zeiten" so ehrlich und aufrichtig verdient, wie diese auf modern getrimmte Neu-Interpretation des Klassikers von Wilhelm Busch. Ich habe schon so manchen Zombie- und Folter-Film gesehen - von indiziert bis bundesweit beschlagnahmt war alles dabei - aber noch nie habe ich mich so dermaßen geekelt und gegruselt, wie vor diesem Machwerk.

Es fängt schon "vielversprechend" an. Katy "Walter" Karrenbauer als versoffene rum-hurende Mutter von Max und Moritz eröffnet ihren beiden Söhnen nach dem "Bad am Samstag abend", daß sie beschnitten werden sollen, damit sie "später so richtig geil ficken können". Immerhin erspart uns der Film weitere Erläuterungen zu dem Thema. Und als ob das nicht genug wäre, hat "Walter" Karrenbauer noch einen weiteren Auftritt: Sie darf einen schwulen NVA-Offizier (gespielt vom kahlgeschorenen Prinzen-Sänger Krumbiegel) durch ausgiebige Blowjob-Aktivität auf den richtigen Hetero-Weg bringen, und dabei seinen "schönen saftigen prallen Sack" loben. Hier hätte ich mir einige explizite Nahaufnahmen in Zeitlupe gewünscht - dann wäre der Film nämlich indizierte Pornographie und damit zurecht in der Versenkung verschwunden.

Diesen Gefallen haben Regisseur und Studio dem Publikum nicht getan. Stattdessen dürfen wir uns darüber freuen, daß zwei schwule NVA-Offiziere in den Puff gehen und dort auf die drei häßlichsten Nutten seit Erfindung der Prostitution treffen. Sollte diese Szene eine Pointe haben, so ist sie mir entgangen.

Geht es immer nur ums Ficken? Nein, es gibt auch Ausnahmen. So werden Max und Moritz von einem Zuhälter (gespielt von Ben Becker) zuerst ausgiebig bepißt ("Zeit, am C-Rohr zu schnuppern") und anschließend mit Benzin übergossen und angezündet. Na, das ist doch gleich viel besser und niveauvoller, nicht!?

Nun gut, zurück zum Thema: Max und Moritz dürfen ihre schlafende Sozialarbeiterin schwängern. Ja, die selbe engelsgleiche Sozialarbeiterin, die einem unbelehrbaren Exhibitionisten mit Kastration droht, worauf dieser grinst wie ein Honigkuchenpferd. Noch nicht genug? Wie wäre es damit: Max und Moritz klauen ein Auto und lesen zwei 10jährige Mädchen vom Babystrich auf, die den Jungs einen runterholen (im Tausch gegen einige Flaschen Schnaps).

Die komplett mißlungenen Gesangseinlagen sind da fast schon eine Art "Anti-Climax" - so unerträglich Kita-Kinder beim Punk-Rock auch sein mögen, zumindest hält das den Film eine Weile von sonstigen widerlichen Peinlichkeiten ab. Daß Max und Moritz am Ende des Films von einem bayrischen Wohnwagenfahrer erschossen werden, rettet das Machwerk auch nicht mehr. Wäre das am Anfang passiert, hätte es geholfen, aber so...

Das Film-Feuilleton hat dem Film unterstellt, er mache sich über alles lustig, was in Deutschland verkehrt läuft. Dem muß ich energisch widersprechen! Dieser Film ist das, was in Deutschland verkehrt läuft. Z.B. die Tatsache, daß er per Filmförderung mit Steuergeldern finanziert wurde. Oder daß es Kritiker gibt, die in diesem abartigen kranken Müll anarchistisch-provokante Sozialkritik zu erkennen glauben (oder zumindest so tun).

Fazit: Ein Film wie ein cineastischer Schlag in die Fresse des Publikums. Zum ersten mal ärgere ich mich darüber, daß man bei OFDB keine Minuspunkte vergeben kann. Wer den Film trotzdem ansehen will, sollte sich zumindest gut dafür bezahlen lassen.



Und damit wir uns alle von dem Schock erholen können, gibt es hier das "Lied zum Film" von Kalkofe/Rütten, gesungen zur Melodie "Über sieben Brücken mußt Du geh'n" von Karat.

Manchmal machen uns schlechte Filme Spaß
Manchmal sind wir auch voll heißem Haß
Manchmal genießen wir den größten Mist
Manchmal beten wir, daß es schnell zu Ende ist

Manchmal kotzen wir vor Frust im Strahl
Manchmal sind die Bilder eine Qual
Wenn's so wie heute keine Hoffnung gibt
Dann suchen wir uns Trost in diesem Lied

Über siebzig Schlefaz mußt Du sehen
Siebzig kranke Filme überstehen
Siebzig mal wirst Du vor Schmerzen schreien ...

PS: "Max und Moritz Reloaded" war Schlefaz Nr. 67 - die Nr. 70 ist also in Sicht.

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