Review

Judy hat das Standish-Sanatorium an der Backe, doch finanziell sieht es alles andere als gut aus. Eine (immerhin reiche) Patientin ist ihr noch geblieben und lässt sich nur dadurch halten, dass sich der ihr so empfohlene Dr. Hackenbush ihrer annimmt. Dass der eigentlich Tierarzt und mehr an der nahegelegenen Pferderennbahn interessiert ist, macht die Sache nicht einfacher.

Die Geschichte ist letztlich wieder mal nur ein Aufhänger für diverse Einlagen der Komikertruppe. Das zentrale Trio liefert dabei wieder allerhand ab, wobei Groucho als Dr. Hackenbush mit seinen verbalen Kapriolen mein Favorit ist. Seine Kommentare und Sprüche treffen und die mit ihm spielenden werden zweckdienlich zu Stichwortgebern degradiert. Chico und Harpo machen ebenfalls das, was sie am besten können, der eine linkisch und hilfsbereit, der andere eben stumm auf's Pantomimische beschränkt.

Das funktioniert über weite Strecken alles gewohnt gut und bietet richtige Highlights wie die Codebuch-Sequenz. Nur im letzten Drittel baut der Film dann ab und ergeht sich in zu vielen Musiknummern. Klar, das gehört dazu und wenn man einen Marx-Brothers-Film schaut, dann weiß man um Chicos und Harpos Auftritte. Hier allerdings legt man noch mehr als eine Schippe drauf und schiebt noch eine weitere Nummer mitsamt Tanzeinlage hinterher, was den Film hintenraus einfach zu lang macht und eben das Komödiantische vernachlässigt. Selbst Allan Jones fängt noch an zu trällern. Das ist schade, war alles davor doch eine meist gelungene Sause, lässt man den immer nur zweckmäßigen Plot mit völlig uninteressanter Romanze außer Acht.

Bleibt also ein zweischneidiges Schwert. Das Positive überwiegt, „A Day at the Races“ unterhält immer noch, übertreibt es nur zum Ende hin mit Musik- und Tanzeinlagen. Für meinen Geschmack zu viel Revue und trotzdem findet man auch hier das, was die Filme der Truppe so spaßig macht.

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