Huch, was haben wir denn da?
Brain Slasher ist ein absolut gemütlicher, partytauglicher und fein trashiger Splatter-B-Movie, der zu unterhalten weiss.
Zwar gibt es in dem Film einige Längen, die aber getrost als Anflug des Regiesseurs in Sachen Handlung abgetan werden können, sie stören nicht wirklich, sondern geben Zeit, sich ein Getränk zu organisieren.
Die Handlung ist recht dürftig: Nachdem die Menschheit es letztendlich geschafft hat, die Erde unbewohnbar zu machen, ist der Rest der Ueberlebenden in 2 Lager gespalten.
Das eine Lager besteht nunmehr aus Mutantenwesen, die sich der tödlichen Erdöberfläche entzogen, indem Sie unter der Erde eine neü Gemeinschaft erzeugten.
Das andere Lager besteht aus einem hochmodernen Komplex, das Computergesteürt alle in ihm lebenden Menschen mit Nahrung und Erlebnissen versorgt.
Dazu klemmen sich die 'Träumer' an einen grossen Mainframe an, in dem Sie alles das tun können, was Sie auch immer wollen. Eine gigantische Multiplayermaschine sozusagen.
Es drückt ein wenig das Flair von 'THX 1138' durch, eine kalte Umgebung, in der jedes Individum kontrolliert wird und in der es keinerlei wirklichen, menschlichen Kontakt zur Umwelt aufnehmen kann.
Eine weitere Partei stellt der harte Einzelgänger Stover (Bruce Campbell) dar, der sich als einziger Mensch noch mit Erfolg auf der Erdoberfläche rumtreibt und sich immer wieder gegen die unterirdischen 'Kriecher' verteidigen kann.
Judy ist ein Träumer, der sich sicher ist, aufgewacht zu sein und nicht mehr zufrieden ist mit der künstlichen Welt des Mainframes. Ständig bereitet Sie Aerger, versucht ihre Mutter davon zu überzeugen, das es noch mehr geben muss und wid so ständig mit dem 'Systems Operator' konfrontiert, einer Art Windows Fehlermeldung in menschlicher Form.
Nachdem es dem Sysop zu bunt mit Judy wird, wirft er Sie kurzerhand aus dem Komplex auf die Erdoberfläche, wie damals auch Ihren Vater...so lauten zumindest die Legenden.
Judy trifft auf Stover und die beiden packen sich erst mal zusammen und versuchen, ein normales, menschenwürdiges Leben zu führen, bis die 'Kriecher' Sie letztendlich gefangen nehmen und in Ihre Unterirdische Welt entführen.
Was sich den beiden und dem Zuschaer nun hier präsentiert, kann man getrost als sehr skurrile Umgebung bezeichnen. Alles ist vermodert, entstellt, verfault und blutig.
Eine Freakshowwelt eben, aus der es scheinbar kein Entrinnen gibt, denn die Kriecher trinken Ihre Opfer.
Ja, richtig verstanden, Sie trinken Sie.
Ein wahnsinniger hat den Kriechern eine Religion angedreht, zu der blutige und brutalste Rituale gehören, die damit enden, das das vermeintliche Opfer in einem wirklich grossen Fleischwolf endet, der den Schmaus dann schön Mundgerecht in eine Wanne zerhackt.
Als der wahnsinnige Judy begatten möchte, um seine Terrorherrschaft mit Nachkömmlingen weiterzuführen, heisst es: Flieh oder...nuja.
Brain Slasher geizt wirklich nicht mit blutigen Szenen, auch die Fleischwolfszenen werden jedem Gorehound das Herzchen ein paar Takte höher schlagen lassen, spätestens dann, wenn Angus Scrimm (wer anders könnte sowas auch sonst) mit Freuden ein par Augen aussticht oder ähnliche böse Narreteien vollbringt.
Die eben erwähnten Längen sind also spätestens dann vergessen, wenn ein plumpes Kannibalen-Mad-Max-Monster Judy einen blutigen Arm zum Essen anbietet.
Im grossen und ganzen ein Spassfilm, der wohl nur seine Freunde im Gore und Funsplatterbereich finden wird, dafür aber umso mehr, da bin ich mir sicher.
Einen besonderen Bonus erhält auch Bruce Campbell hier von mir, der wirklich alle Annäherungsversuche Judys mit einer äusserst ungeschickten Antwort zunichte macht.
Es ist halt ein B-Movie aber ein solcher mit enormen Spassfaktoren.
Wunderlich, das er nicht schon längst ein Kultfilm ist.
Die DVD von Dragon kommt mit akzeptablem Bild daher, das zwar hätte besser sein können, aber dafür auch komplett uncut ist.
Sogar die Synchro lässt sich geniessen und wem die deutsche Spur nicht trashig genug ist, der darf auch auf die englische ausweichen.
Dazu noch einige Filmographien und ein schönes Inlay.
Lohnt.