Review

Als einer der ersten, vom Horrorfan-Magazin „Fangoria“ eigenproduzieren Filme, liegt die Meßlatte an Erwartungen natürlich von vorneweg ziemlich hoch.
Da verblüfft es doch, daß „Mind Warp“ (der deutsche Titel „Brain Slasher“ hat so ziemlich überhaupt keinen Bezug zum Inhalt), überraschenderweise über weite Strecken ein recht zahmes Endzeitfilmchen geworden ist und noch dazu eins, das nicht gerade gegen trashige italienische Vorbilder ankommen kann, was den Unterhaltungsfaktor angeht.

An sich ist „Mind Warp“ ein Konglomerat geklauter Ideen, nimmt allerdings als Idee die virtuelle Realität von „Matrix“ vorneweg. Ansonsten spielt sich das durch einige blutige Morlock-Phantasien a la „Die Zeitmaschine“, als eine junge Frau, die das Dauerträumen allmählich satt hat und aus ihrer versteckten Traumziviliation rausgeworfen wird und sich über eine verwüstete Erde quälen muß.
Draußen herrscht Schnee und Wüste (und ein verstrahltes Totenland, was aber weniger als dürftig aussieht) und man begegnet natürlich einem feschen Trapper (Bruce Campbell läßt mal wieder an seiner Rollenauswahl zweifeln), bis einen die mutierten „Crawler“ in die Minen unter der Erde bringen, wo man entweder nach Metallschrott suchen muß oder als Gebärmaschine herhalten soll.

Sicher mit einem 1-Million-Dollar-Budget ist kein Staat zu machen, aber „Mind Warp“ sieht vor allem billig aus. Die ersten Szenen in der Traumzivilisation sind nur in einem kahlen Zimmer eingespielt und die Endzeitszenen an einem matschigen Strand lassen jeden Mad-Max-Fan vor Hohn lachen.
Später unter der Erde darf sich dann die KNB-Crew ein wenig mit Masken austoben, ein Ausbund an ekligen Details wird es aber trotzdem nicht, weil das mehr oder weniger Standards sind, ohne erhöhten Ekelfaktor oder großartige morbide Phantasie.

Vielmehr ist die natürlich von einem Menschen geführte Mutantenzivilisation (Angus Scrimm brauchte wohl Geld) ein albernes Häufchen und sieht keinesfalls so aus, als könnte sie das bewerkstelligen, was man an Gefährt vorher am Strand sieht. Dazu muß Scrimm ständig irgendwelche hohlen Monologe über Zivilisationen aufsagen, während man Marta Alicia als Judy kaum bescheinigen kann, so etwas wie eine Schauspielerin zu sein (sie hat es dann auch nie wieder getan).
Zwischen all den dösigen Dialogen aus dem Setzkästchen und manchem Geschreddere (das Menschen offenbar sinnfrei nur zu einer sehr dünnen Blutsuppe verarbeiten kann), gibt es dann natürlich noch einen dollen Schlußgag, den man aber auch nach zwei Minuten Endzeit schon ahnt.

Einen Gummipunkt für unfreiwilligen Humor gibt’s aber noch für die Szenen mit dem „Systemadministrator“, die man vorsorglich in einem abgedunkelten Wasserbecken (wieso Wasser?) abgedreht hat. Etwas silberne Stahlwolle, ein paar Plastikröhren und ein bekloppter Helm, samt einigen Disco-Laser-Effekten aus grauer Vorzeit machen leider noch keinen futuristischen Gesamteindruck.

Mit dem Finger auf der Vorspultaste gnädige 2/10 – versäumen tut man nichts.

Details
Ähnliche Filme