Das Jahr 2037. Nach der atomaren Verseuchung der Erde leben die Menschen verkabelt in ihren eigenen Vorstellungen. Das ist bequem, reicht Judy (Marta Alicia) aber nicht. Sie möchte die Realität außerhalb dieser geschützten Welt erleben, überwirft sich mit dem das System steuernden System Operator und wird in die Einöde verbannt. Hier trifft sie nicht nur auf den dort lebenden Stover (Bruce Campbell), sondern auch auf Mutanten, die alsbald Jagd auf sie machen.
Die Geschichte ist zweckdienlich, irgendwo zwischen Total Recall, Mad Max und Versatzstücken aus Wells' Zeitmaschine. Muss nicht schlecht sein, darf man nur nicht zu ernst nehmen. Und auch wenn die Story recht straight erzählt wird, ein paar Fragen bleiben da offen. Insbesondere das Verhalten des Oberschurken gibt gen Ende das ein oder andere Rätsel auf.
Was bleibt, ist eine nette Sci-Fi-Dystopie, immerhin meist unterhaltsam und auch nett anzusehen. Ob sich eine Zweitsichtung lohnt, das darf nach dem Twist am Ende, den man schon früh befürchten darf, allerdings bezweifelt werden.
Die Ausstattung ist dabei gar nicht schlecht, auch wenn das Werk seinen B-Film-Charakter nicht verbergen kann. Die Masken sehen ordentlich aus und auch die Effekte sind ansehnlich, hier und da ist auch mal eine nette Goreeinlage drin. Die Sets, drinnen wie draußen, wirken da schon etwas sparsamer; gerade das Höhlensystem bringt im Dauereinsatz wenig Abwechslung.
In Ordnung geht die Darstellerriege. Mit Bruce Campbell und Angus Scrimm hat man gleich zwei Ikonen aus dem Horrorbereich am Start. Newcomerin Marta Alicia gibt einen okayen Einstand und war im Anschluss meist in TV-Serien unterwegs.
„Brain Slasher“, bzw. „Mindwarp“, ist ein netter B-Film mit zwei bekannten Gesichtern, der ausreichend rüpelhaft ist und mit seiner knappen Laufzeit unterhalten kann, dessen Ende und manch designerische und dramaturgische Sparsamkeit ihn aber nicht zu einem Klassiker machen. Trotzdem ok, wenn auch vermutlich nur für eine Sichtung.