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Rabbi Löw (Albert Steinrück) ist bestürzt. Unheil droht, so steht es in den Sternen. Um sich gegen die Bedrohung zu wappnen, formt er aus Lehm ein grobschlächtiges menschenähnliches Wesen, dem er mit Magie Leben einhaucht: Den Golem.

Ein grandioser (Stumm-)Film in fünf Kapiteln, der sich seinen Klassiker-Status redlich verdient hat. Die Geschichte ist originell, Paul Wegeners Regie ist stimmungsvoll & reißt mit, die ausdrucksstarken, oft eingefärbten Bilder sind imposant & die Bauten sind schlichtweg atemberaubend, mit wuchtigen Gebäuden, schwindelerregenden Stiegen, einem gewaltigen Tor & diesem genial-schiefen Turm. Das verleiht dem alten Prag einen surrealen Anstrich.

Die Tricks sind auf ihre altmodische Weise cool & entfalten immer noch ihre (gruselige) Wirkung. Besonders das Erscheinen Astaroths ist stark gemacht. Auch der billigste aller Stuntmen (die Stuntpuppe) darf mal ran & sich effektvoll in die Tiefe stürzen. Der Golem selbst ist toll designt, (von Regisseur Wegener) gut gespielt & er hat einige denkwürdige Szenen wie diejenige, in der er die bewusstlose Maid Miriam (Lyda Salmonova) an ihren Zöpfen hinter sich her durch die Straßen zieht.

Großes deutsches Kino.

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