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Ray Romano und Kevin James. Beide sind etablierte TV-Stars, beide haben ihre eigene Sitcom. Während „Everybody Loves Raymond“ hierzulande nicht sonderlich erfolgreich lief (die letzten Staffeln wurden dann nicht mal synchronisiert), erreichte die Serie in den USA enorme Einschaltquoten, räumte diverse Preise ab und wurde nach neun Staffeln und auf dem Höhepunkt des Erfolges beendet.

„King of Queens“ dagegen ist in Deutschland genauso beliebt wie in den Staaten und vielen weiteren Ländern und gehört seit Jahren zum Standard-Programm im deutschen Fernsehen. Der Erfolg beider Darsteller ist miteinander verknüpft, schließlich trat Kevin James erstmals auf in „Everybody Loves Raymond“ und auch der Humor Romanos war ein gewisser Wegbereiter für den Erfolg von „King of Queens“.

In der Komödie „Grilled“ spielen sie die Hauptrollen und man merkt deutlich das sich die beiden kennen und mögen, die Chemie stimmt einfach. Ihr Timing ist gut aufeinander abgestimmt und beide überzeugen auch schauspielerisch in ihren Rollen. Doch auch die Nebenrollen sind stark besetzt, sogar mit einigen prominenten Gesichtern. So ist neben Juliette Lewis und Michael Rapaport Alt-Star Burt Reynolds zu sehen, Schauspieler wie diese werten den Film selbstverständlich auf, zumal sich alle in guter Form befinden.

Der Soundtrack ist gut gewählt, niemals aufdringlich und bietet viel musikalische Abwechslung.
Inszenatorisch geht man zwar konventionelle Wege und die Mischung aus Komödie und Road-Movie mag nicht gerade neu erscheinen, die kleine Geschichte funktioniert aber durch den hohen Unterhaltungswert. Die Dialoge sind manchmal sehr ausgefeilt und Situationskomik wird auch geboten. In erster Linie lebt der Film aber vom Charisma der beiden sympathischen Hauptdarsteller.

Oftmals ist der Humor überraschend schwarz, richtig böse wird „Grilled“ aber zu keinem Zeitpunkt und wirkt dadurch ein wenig unentschlossen. Der Grundtenor ist eigentlich ernst, was eine gute schwarze Komödie ja auch ausmacht. Nach knapp der Hälfte wird es auch deutlich skurriler und auch die derbe Sprache ist auffällig für eine derartige Produktion. Tatsächlich hat das zunächst flach wirkende Drehbuch einige Überraschungen in petto und wirkt mit voran schreitender Laufzeit immer origineller.

Die Lauflänge fällt mit knapp 82 Minuten relativ kurz aus, was aber nicht unbedingt schlecht ist. Denn obwohl die Story ihre Stärken hat ist sie doch zu dünn und mit zu vielen Längen versehen als das man von etwas Besonderem sprechen mag. Denn trotz positiver Aspekte muss man Abstriche machen in der Dramaturgie und eine spürbare Regie-Führung vermisst man ebenfalls. So überrascht es nicht das trotz großer Namen der Film direkt auf DVD vermarktet wird und nicht auf die große Leinwand kommt. Dafür fehlt dann doch das gewisse Etwas.

Fazit: „Grilled“ ist eine durchaus ansehbare und auf jeden Fall unterhaltsame Komödie mit zwei der besten Stars im Sitcom-Business in den Hauptrollen. Der Film reißt keine Bäume aus und kann auch nicht wirklich nachhaltig beeindrucken, überzeugt aber durch ein recht originelles Drehbuch und gute Darsteller.

06 / 10

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