Ähnlich wie "Criminal" handelt es sich auch bei "Verbraten und verkauft" um eine kleinere Produktion, die trotz bekannter Schauspieler nicht den Weg ins Kino fand. Auch hier wird wieder eine kleine überschaubare Story erzählt, die nur an einem einzigen Tag spielt und die sich beim Verschleudern von Produktionsgeldern wohltuend zurück hält.
Die geschmacksfreie deutsche Titulierung "Verbraten und verkauft" statt dem zurückhaltend doppeldeutigen "Grilled" und die Wahl der komödiantischen Serienhelden Kevin James und Ray Romano als Hauptdarsteller könnten auf eine überdrehte Komödie hindeuten. Tatsächlich ist "Grilled" aber erfreulich ruhig inszeniert und in seiner ersten Hälfte realistisch und keineswegs komisch in Szene gesetzt.
Maurice und Dave arbeiten als Vertreter für einen Fleisch-Lieferservice, der auch gleich einen Gefrierschrank "kostenlos" dazu liefert, um die Fleischmenge unterbringen zu können. Beide sind wenig erfolgreich, was auch an der Qualität von Maurice Auto zu erkennen ist, genauso wie sich Beide auch ziemlich bemühen müssen mit Krawatte noch einen anständigen Eindruck zu hinterlassen. Die ersten Szenen bei den Kunden könnten aus dem Lehrbuch für den angehenden Vertreter sein. "Kalt"-Akquise , möglichst kein Wort zu viel sagen (was Dave regelmäßig mißlingt) und immer wieder die spontane Erwiderung auf übliche Einwände der angehenden Kundschaft.
James und Romano sind in dieser Rolle absolut sympathische Typen, die einem fast Leid tun im Kampf gegen die alltäglichen Vorbehalte.
Ihr Chef hat ihnen die Pistole auf die Brust gesetzt, unbedingt an diesem Tag noch einen Vertrag zu Stande zu bringen - sonst fliegen sie raus. Und da Dave auch noch ein Geburtstagsgeschenk für seine kleine Tochter braucht, erhöht sich der Druck von Minute zu Minute. Es ist dem gelungenen Spiel der beiden Protagonisten zu verdanken, daß "Grilled" trotz der teilweise sehr realen Geschehnisse immer locker bleibt und nicht zu ernst wird.
Die gesamte Ausrichtung der Story ändert sich, als sie in das Haus eines Profikillers gelangen. Sie hatten einer Klientin helfen wollen, die ihrerseits einer Freundin zu Hilfe kommen wollte. Juliette Lewis spielt das Gangsterliebchen hier wie immer überdreht auf Droge ,verwirrt und leicht dämlich - so überzeugend sie das kann, so sehr wünschte man sich, sie dürfte auch mal ruhiger agierende Frauen spielen. Leider wird der heimkehrende Profikiller von zwei anderen Killern erschossen und das auch noch unter den Augen von Maurice und Dave. Jetzt entsteht das bekannte Kuddel-Muddel von konkurrierenden Gangsterbossen (Barry Foster, Burt Reynolds) , von überheblichen Möchtegern-Gangstern, die die idiotischsten Fehler machen und von zwei ehrenhaften Vertretern, die trotz aller Gefahren nicht das Geschäft aus den Augen verlieren...
Problematisch an dieser Story ist die Unausgewogenheit der zwei Teile. So real die erste Hälfte des etwa 80minütigen Streifens daher kommt, so sehr setzt sie danach auf eher tarantinoeske Elemente ,allerdings ohne deren hochstilisierte Sprache oder etwaige Brutalitäten. Letztendlich bleibt "Grilled" das, was es von Anfang an war - ein netter, unterhaltender Film mit zwei sympathischen Hauptdarstellern. Mal ein bißchen realistisch, mal ein bißchen überdreht - aber von allem nicht zu viel bis hin zum befriedigenden Ende.
Fazit : kein Kinoverleiher wird diesen Film vermissen, aber auf DVD bietet er einen unterhaltsamen Abend.
Einerseits ist die Story, die einen etwas außergewöhnlichen Tag zweier Fleisch-Vertreter schildert, etwas holprig und unausgewogen, andererseits bleiben sich die Protagonisten treu und der Film vermeidet jegliche moralische und belehrende Attitüde. Selbst in dem befriedigenden Happy-End steckt keine weltverändernde Ansicht oder Absicht - zwei Vertreter haben einfach einen guten Abschluß gemacht, es ihrem Chef gezeigt und haben jetzt einen schönen Feierabend.
Doch der Film bleibt so klein wie er sein will, er beschränkt sich auf diesen Tag und gibt keine Versprechen für die Zukunft - und das macht ihn außerordentlich sympathisch und erhebt ihn über so manche Komödie, die den Weg in die Kinos geschafft hat (6,5/10).