Da hat sich Bobb Hopkins aber ein wenig viel aufgeladen: Regisseur, Autor und Darsteller in einer Person und dann auch noch den Anschein erwecken, als ginge es um einen übernatürlichen Killer, der sich über unfreiwillige Gäste in einem eingeschneiten, alten Hotel hermacht. Da ist nämlich rein gar nichts übernatürlich, wir haben lediglich ein übliches Whodunit ohne großen Thrill.
Dabei macht das Skript bereits zu Beginn den größten Fehler und verrät schon mal innerhalb der kleinen Rahmenhandlung, welche drei Mordopfer uns im Verlauf unterkommen werden.
Hier hat Ernest Borgnine einen Pater zu sich eingeladen, während im Hintergrund Nachrichtenbilder laufen, die diese Opfer zeigen. Dann erzählt er etwas von einem Staudamm, der hier vor Jahren errichtet wurde und von dem Farmer, der sein Grund und Boden nicht verlassen wollte, daran zerbrach, aber blutige Rache für die Verantwortlichen schwor.
Dann springt die Handlung um einen Tag zurück und prompt landen die drei Verantwortlichen von damals in einem alten Hotel im verschneiten Irgendwo von Vermont.
Der Senator (Hopkins), seine Sekretärin, ein Bankier und die Projektleiterin.
Das Morden darf losgehen, auch wenn die Vorfreude sichtlich getrübt ist, - viele Überraschungen dürfte der Stoff nun nicht mehr parat haben.
So kommt es dann auch. Die eingeschneite Landschaft mit dem urigen Hotel mittendrin kann zwar bisweilen in Sachen Atmosphäre punkten, doch es dauert eine ganze Weile, bis überhaupt etwas ansprechendes geschieht. Da treffen die feinen Herrschaften auf ein Geschwisterpaar mit leichten Redneck Einschlägen, man geht in die Bar, in der sich ein paar Jäger streiten, was mit einem tödlichen Unfall endet. Nun wird es erstmals interessant, da der Senator (so kennt man die Politiker im Allgemeinen) keine Cops am Tatort sehen möchte und um seinen guten Ruf besorgt ist (er hält sich für den kommenden Präsidenten). Also soll die Leiche irgendwie verschwinden. Alle packen mit an und man schleift den Toten bis in den Keller des Hotels, um ihn unter einem Kanu aufzubewahren.
Es folgt ein wenig Komödieneinschlag im Sinne von „Immer Ärger mit Harry“. Dem gemütlichen Cop wird die Leiche als erlegtes Reh verkauft, dann verschwindet die Leiche ganz und ein weiterer Toter liegt an dessen Versteck. Jeder misstraut jedem, die feinen Herrschaften vor allem den heruntergekommenen Jägern, die oft nur dumme Erschreckspiele veranstalten. Dann müssen Cop und Hotelbesitzer auch noch mit einem Strip der Sekretärin abgelenkt werden, um zwischenzeitlich Spuren zu beseitigen, aber das Ratespiel um den oder die Mörder gerät dabei völlig in den Hintergrund.
Im Gegenteil, überdeutliche Hinweise werden immer wieder von alten Zeitungsartikeln geliefert, der Twist ist absolut erahnbar und die endgültige Auflösung mit Einbindung der eher lächerlichen Rahmenhandlung fast schon ärgerlich.
Obgleich wir es hier mit recht individuellen Figuren zu tun haben, findet sich partout kein Sympathieträger oder gar Held zum Mitfiebern. Entweder zu schablonenhaft gezeichnet oder unsympathisch.
Dabei ist Hopkins selbst noch der geringste Vorwurf zu machen, immerhin verleiht er seiner Figur des Senators die nötige Würde und das gewisse Maß an Arroganz.
Die übrigen Figuren fallen zumindest nicht negativ auf, auch wenn einige Darsteller mit diesem Projekt ihr Debüt feiern.
Nur, spannend ist das Ganze eben kaum. Die wenigen Morde werden rasch erledigt, immerhin für einen kurzen Moment deutlich, weil die verwendete Schaufel relativ scharf sein muss.
Täter sowie Opfer sind jedoch schnell ausgemacht, bleiben also lediglich die angenehm klaustrophobische Atmosphäre und ein paar kleinere Schmunzler, die zumeist auf das Konto des Cops gehen.
Bleibt im Gesamtbild zwar einigermaßen unterhaltsam, ist für Freunde des Killerratespiels zu eindeutig und für Freunde des gepflegten Horrors viel zu irdisch.
Absehbar und ohne Drive, aber zumindest sympathisch inszeniert.
4 von 10