Review


Inhalt:

Hongkong 1974. Chung (Wong Yuen-San) ist ein herausragender KungFu-Fighter, der als Jockey-Trainer auf einer eigenen Pferde-Ranch arbeitet.
Er lebt mit seiner Lebensgefährtin (Lee Kwan-Yee) und seinem kleinen Sohn (Denis Fan) zusammen, und hat mit seiner dunklen Vergangenheit abgeschlossen.

Chung arbeitete einst als Kurier für die Drogen-Triaden, und ist nunmehr aus diesem Geschäft ausgestiegen. Da er jedoch Zeuge eines Mordes bei einem Deal der Bande wurde, ist er für diese ein Sicherheitsrisiko und er soll mit Gewalt wieder zur Rückkehr zu den Triaden gezwungen werden.
Einer (Tong Tin-Hei) der Unter-Bosse der Gang soll dies mit seinen Schergen (u.a. Chan Kwan, Chan Lau) veranlassen, und es kommt zu etlichen Kämpfen. Doch Chung bleibt in allen Auseinandersetzungen siegreich!

Dann wird ein under cover für die Polizei arbeitender Mann, Tong Hua (Charlie Chin), der über eine Bardame (Lily Chen) -die in dem von den Triaden betriebenen Night-Club arbeitet- den Zugang zur Bande erreicht, auf Chung angesetzt.
Es kommt zum Duell zwischen den beiden, doch Chung kann türmen.
Derweil überfallen die Schergen des Unter-Bosses die Ranch, und sie entführen kurzerhand Chungs Gefährtin und den Sohnemann.

Es kommt schließlich zum alles entscheidenden Duell zwischen Chung und dem Unter-Boss.
Da treffen Tong Hua und der Big-Boss (Chao Lei) der Triaden am Schauplatz des Geschehens ein.
Das Schicksal nimmt seinen Lauf.


Fazit:

Der Regisseur Fan Dan drehte im Jahre 1975 (laut hkmdb.com 1974) diesen insgesamt spannenden, kohärent und routiniert inszenierten KungFu-Actioner für das unbekannte Label "Hong Kong Tin Po Film Co." in Hongkong.
Ein B-Eastern mit weniger bekannten Darsteller*Innen, mit einfacher Handlung und insgesamt passabler, kerniger Fight-Action, ein KungFu-Film "für Zwischendurch" für die eingefleischten Fans des Genres, ein Massen-Produkt "vom Fließband" jener Jahre des hohen Produktionsvolumens dieser Filmgattung.

In Echt-Kulissen, etwas "bleierner" Farbgebung, augenfällig kostengünstig produziert, erzählt die Regie also diesen simplen Plot, um einen einmal mehr einsamen, harten Kämpfer. Jener ist aus den Machenschaften der Triaden ausgestiegen, für die er einst eher als Mitläufer arbeitete, die Villains wollen ihn mit Gewalt "back to the family" holen, doch da spielt unser Held nicht mit.
Das sorgt für etliche KungFu-Schlägereien, und eine Neben-Handlung, in der ein Under-Cover-Agent der Polizei durch eine Bardame der Triaden Zugang zu diesen erhält, streckt das Ganze dann noch auf 82 Minuten Laufzeit.
Einfach, routiniert, insgesamt recht spannend, und ein eher durchschnittlicher KungFu-Film ohne große Highlights, Massen-Ware, doch gediegen, anspruchslose aber passabel-ordentliche Unterhaltung ohne großen Aufwand.

Wong Yuen-San ist hier der Anti-Held, der einsame, harte, kompromisslose Fighter, der sich den übermächtig scheinenden Triaden-Villains entgegen stellt. Verbissen arbeitet sich der Darsteller in diese Rolle, verzweifelt doch aufrecht agiert diese Figur, und Wong Yuen-San überzeugt fight- und auch durchaus schauspiel-technisch.
Dann ist da noch eine Art "zweiter Held", Charlie Chin, der als Under-Cover-Agent der Polizei in einem Neben-Plot sich in die Triaden schleust, und beide Stränge in der Handlung werden schließlich miteinander verwoben. Das streckt alles auf Spielfilmlänge und würzt das Geschehen für den Betrachter. Charlie Chin spielt das angenehm unaufgeregt, lässig und ist hier ein Sympathieträger.

Tong Tin-Hei ist der Villain, dicklich und mit Glatze, unwirsch und eklig. Und leider auch unbeweglich-steif in Puncto KungFu, ein Nachteil im Endfight.
Der Rest des Ensembles ist drumrumgebaut, Chan Lau und Cheung Hei (hier in der Rolle als "Old Shu" mit einem Gast-Auftritt) gehören noch zu den etwas bekannteren Gesichtern für eingefleischte Eastern-Fans, John Cheung soll auch mitgespielt haben -ich entdeckte ihn allerdings nicht-, und Chao Lei hat als "Big Boss" am Ende so wie Cheung Hei eher nur einen Gast-Auftritt.
Die Damen machen das ganz tapfer, wenn auch wenig gehaltvoll, Lee Kwan-Yee als Gefährtin des Helden, und die rassige Lily Chen ist natürlich ein Hingucker, ein Blickfang in diesem Film für die wohl eher männlichen Betrachter.

Wichtigstes ist natürlich die KungFu-Action, die sich zunächst dem ganzen Durchschnitt dieser Produktion anpasst: Mehr Streetfight, raue Aktionen, wenig technisch, wenig spektakulär geschweige denn hochklassig. Okay, zwar dynamisch und hart, aber Kampfkunst sieht anders aus.
Nach einer Stunde Laufzeit wird die Fight-Action aber besser, das Ganze technisch ausgefeilter. Ein Duell zwischen Charlie Chin und Wong Yuen-San bietet Highkicks und feinere Handkante, und auch vor dem Endduell kann Wong´s Fight gegen die Schergen kungfu-technisch eher überzeugen.
Leider fällt da das End-Duell Wong vs. Tong Tin-Hei aufgrund der Unbeweglichkeit des letztgenannten dann wieder etwas ab. Die Dramatik dann zum Schluss als Charlie Chin und Chao Lei den Schauplatz erreichen, haut das dann wieder raus.

"The Bravest One" ist für eingefleischte Eastern-Fans ein noch ordentlicher KungFu-Actioner "für Zwischendurch" am Freitagabend, der sich noch sehr knappe 6 von 10 Punkten erfighten kann.

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