Review

Margarita Carmen Cansino! Margarita wer?
Vom Namen her den meisten vielleicht eher unbekannt, aber später unter dem Synonym Rita Hayworth in der amerikanischen Yellowpress definitiv zur Love Goddess und gleichzeitig einer der schönsten Frauen im Filmgeschäft gekührt! Ihr Bild vom Fotografen Bob Landry im Life Magazine ein Jahr zuvor - 1961, wurde zu Zeiten des WWII nach Betty Grable‘s weißem Bikinibild zum meistverkauften Pin-Up. Alleine in Amerika soll es 5 Millionen Kopien gegeben haben.

Hayworth spielt 1942 im Musical-Remake "You Were Never Lovelier“ die begehrenswerte, aber durchaus kühle Maria Acuna, deren Herz schwierig zu erobern scheint. Familienpatriarch und Hotelbesitzer Eduardo hat 4 Töchter, dem Alter nach: Julia, Maria, Cecy und Lita. Die Familientradition besagt, dass jeweils die Älteste heiraten muss, damit die Nächste ihren Auserwählten ehelichen kann. Julias Hochzeit steht kurz bevor, und die beiden frechen jüngsten Schwestern Cecy und Lita, wunderbar rübergebracht von Leslie Brooks ("Cover Girl“) und Adele Mara ("The Tiger Woman“), beide verlobt, erkennen, dass die Problemschwester als Zweitälteste ihnen nun den Weg zur Heirat blockiert.
Ab hier beginnt die eigentliche Geschichte zwischen Rita Hayworth und Fred Astaire als Tänzer Robert Davis, sowie einem immer wieder blendend aufgelegten Adolphe Menjou.

Regisseur William A. Seiter hat ein weiteres Mal superbe Arbeit geleistet. Auch wenn die Story, wie bei den meisten Vertretern dieses Genres, etwas eindimensional erscheint, bekommt man zweifelsfrei kurzweilige 1 ½ Stunden, unter anderem mit Nummern wie "Dearly Beloved“, "I’m Old Fashioned“, "You Were Never Lovelier“, wie vor allem dem unvergesslichen "The Shorty George“. Wenn Hayworth jemals zeigen konnte, was sie tänzerisch drauf hat, dann in letztgenannter Tanznummer. Ein Anschauen lohnt sich hier alleine schon wegen diesen 5 Minuten.

Da die Fläche in den Studios zur damaligen Zeit arg begrenzt war, mietete man sich für die Proben kurioserweise eine Halle eines Beerdigungsinstituts in der Nähe von Hollywood, was das Arbeiten öfters unterbrach, da man auf die stattfindenden Beerdigungen Rücksicht nehmen musste. Auch trieb Astaire bei den Proben zu "The Shorty George“ einige Späße mit Hayworth, beispielsweise, dass er seine Hände mit eisigem Wasser herunter kühlte, bevor er Rita bei einem Sprung an der unbedeckten Taille packte. Außerdem stolperte sie bei einer Probe so heftig, dass sie sich kurzzeitig selbst ausknockte. Was aber als Resultat herauskam, war sicherlich eine der besten Tanzeinlagen in der Filmgeschichte - ERSTKLASSIG!

Bemerkenswert sicherlich die Abendkleider, die wurden von Irene Gibbons entworfen, die fast ein Jahrzehnt lang als Chef-Kostümdesignerin von MGM in unzähligen Filmen die Hollywood-Stars mit extravaganten und faszinierenden Outfits ausstattete. Hayworth‘s Garderobe ist eine modische Lektion, wie man Schauspielerinnen sexy rüberkommen lässt, ohne dass in einem Film irgendwas Explizites gezeigt werden muss.

Jerome Kern sorgte für den Score, der sein Können unter anderem schon in "Swing Time“ unter Beweis stellte, für den er seinen ersten Oscar bekam. Im Film selbst ist Xavier Cugar mit seinem Orchester zu bewundern, der sich in diesem Fall selbst spielt.
Leider wurde der Gesang von Hayworth erneut von den Filmbossen per Dubbing durch die, zugegeben, tolle Stimme von Nan Wynn ersetzt. Klingt perfekt, allerdings hätte ich gerne die Songs von Rita Hayworth selbst gehört, die versuchte sich bei diesem Punkt gegen die Studios durchzusetzen, damit aber keinen Erfolg hatte. Vielleicht schlummern ja die Aufnahmen von damals noch in irgendeinem Karton bei Columbia, you never know!
 
Die Kombination Astaire/Hayworth gab es leider nur in 2 Filmen (zuvor in "You'll Never Get Rich"), trotz allem behauptete Astaire, dass, trotz der Zusammenarbeit in insgesamt 10 Filmen mit Ginger Rogers, Hayworth definitiv seine Lieblingstanzpartnerin war, und Hayworth mit Rückblick auf ihre Karriere, dass die beiden Filme mit Astaire ihre einzigen beiden filmischen Leistungen waren, auf die sie im Nachhinein wirklich stolz ist.

Filmzitate:
Hayworth: I’ll know you beat your feet, ‘til your feet is beat.

Menjou: Nice girls don’t act this way!
Hayworth: Nice girls don’t feel the way I do!
Hayworth: Oh, and I’ll have to hurry. I’ve only got three hours to dress ...

Fazit:
Splädderkiddies BEWARE! Alle anderen Filmliebhaber, nicht nur Fans der 40iger Jahre, erleben hier eine der interessantesten Ladies der Filmgeschichte überhaupt, in einem höchst unterhaltsamen Film.
God created the Love Goddess und zeigt damit exzellenten Geschmack, denn er hat sich hier genug Zeit gelassen, um diese Frau zu erschaffen und auf die Leinwand zu bringen, und da ist unbestritten wenig bis nichts bei schiefgelaufen!
Die Freundin plus eine gute Flasche Wein und diese DVD, da kann nichts schiefgehen … im Sinne Richtung Xavier Cugat: Cugie - let’s have it!

Als Grundlage für dieses Review diente die RC1-DVD von Columbia Pictures.
Englisch DD Mono, S/W, Format 1.33:1 Vollbild
Für einen Film der über 60 Jahre alt ist, da gibt es an der Bildqualität wenig auszusetzen, auch wenn man ihn natürlich nicht mit der Restauration eines "The Wizard Of OZ“ vergleichen darf.
Testequipment: Medium: Denon 3930, Ton: Denon AVR-2807, Bild: Philips 9831

Wertung: 9/10 (Wobei sich die recht hohe Bewertung subjektiv sicherlich vor allem auch auf Rita Hayworth bezieht. Beinhaltet: 2 Punkte Erotik, 2 Punkte Ausstrahlung und 2 Punkte erotische Ausstrahlung)

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