Review
von Leimbacher-Mario
Am Broadway ist die Hölle los
Ihr sucht eine geeignete Einführung in das Werk von Harold Lloyd? Ihr sucht einen seiner besten Kurzfilme? Vielleicht einen passenden Vorfilm für "Speedy" oder "Safety First!"? Dann seit ihr bei "Bumping into Broadway richtig! Der knapp 25-Minuten-Kurzfilm war auf der US-Criterion-BR von "Speedy" enthalten & ist natürlich auch ein Teil der gesamten Harold Lloyd-Kollektion, die im deutschsprachigen Raum erhältlich ist. Genug Bezugsquellen dürfte es also geben. Direkt mal um es loszuwerden: der kurze Spaß ist alles andere als eine "Pleite am Broadway"!
In der actionreichen Komödie, geht es um einen armen Drehbuchschreiber, der sich quer durch die Hindernisse des verrucht-verrückten Broadways schlagen muss, direkt in die Arme seiner Traumfrau & Zimmernachbarin. Simpel, schnell, eher Nebensache. Denn wie bei vielen von Lloyds Kassenschlagern, erst recht seinen Shorts, geht es weniger um die Story oder Rührseligkeiten, sondern eher um Spektakel, Geschwindigkeit & Action. Schwer vorzustellen, dass seine Filme fast 100 Jahre alt sind - ist aber so.
Über einen Kurzfilm wie diesen hier, gibt es natürlich, trotz seinen Unterhaltungsqualitäten, nicht so viel zu schreiben wie über ein Lloyd-Meilenstein ala "The Freshman". Trotzdem ist "Bumping Into Broadway" ein Review & jede Empfehlung wert. Wenn gefühlt die komplette Polizei New Yorks hinter dem Schlacks mit Brille her ist (obwohl der komplette Film in L.A. gedreht wurde!), zeigt das gleichzeitig das Chaos auf den Brettern, die damals wie heute die Welt bedeuten, sowie eine überraschend harte & kreative Verfolgung über mehr als die Hälfte der Spielzeit. What a Show indeed!
Fazit: wunderbar schmissiger & rasanter Two-Reeler, der die Melancholie armer Schlucker in der Broadway-Scheinwelt gekonnt mit starken Verfolgungs- & Actionszenen verbindet - so unterhaltsam, wie ein Kurzfilm nur sein kann!