David Kelly dürfte wohl einer der erfolgreichsten und bekanntesten irischen Darsteller sein, zumindest was die ältere Generation von ihnen angeht. Sein Auftritt in "Lang lebe Ned Devine" ist legendär und auch in Hollywood hat er schon öfters erfolgreich jobben dürfen, so z. Bsp. als witziges Opilein in "Charlie und die Schokoladenfabrik". Aber natürlich steht der Ire auch immer wieder gerne für kleinere Produktionen aus seinem Heimatland vor der Kamera. So auch für "Mystics" in dem er, zusammen mit Milo O'Shea, einer kauziges Kleinganovenduo mimt, dass plötzlich in eine ganz große Sache hineinrutscht. Leider aber ist der Streifen nicht ganz so gut geworden, wie man es, beim Lesen der Inhaltsangabe, erwarten könnte.
Denn "Mystics" krankt leider durchgehend an seiner hanebüchenen Story, die nur in den Grundzügen funktioniert. Eigentlich geht es, wie gerade erwähnt, um das Kleinganovenduo Dave und Locky, die sich auf die alten Tage hin noch ein wenig Geld mit dem Beschupsen gutgläubiger Menschen verdient, die durch sie mit ihren verstorbenen Verwandten reden möchten. Alles klappt eigentlich auch so weit ganz gut, bis eines Tages der Chef einer Verbrecherbande stirbt, dessen Frau nun durch Dave wissen will, wo ihr Mann Larry das letzte Diebesgut versteckt hat. Und dadurch rutschen Dave und Larry nun in einen perfiden Verbrecher-Clou hinein, der in allerhand Chaos gipfelt... Was hier auf den ersten Blick doch wie eine ganz solide und kauzige Komödie klingt, ist in Wirklichkeit leider nur ein sehr dünnes Filmchen geworden, dass nur aufgrund einiger ungemein großer Sympathiepunkte sich retten kann, zu denen ich gleich noch kommen werde. Ansonsten aber hat man beim Verfassen der Geschichte leider viel zu viel falsch gemacht. Nicht nur das man z. Bsp. den Verstorbenen Larry plötzlich wirklich aus dem Totenreich sprechen lässt, ohne dafür auch nur die geringste logische Erklärung zu bringen, so ist auch der ganze Diebeszug an sich, zu dem sich das Treiben im Laufe der Geschichte noch entwickelt, über und über mit Logiklücken und Ungereimtheiten bestückt, so das man bald die Lust daran verliert. Vor allem zum Ende hin, werden viel zu viele blödsinnige Ideen in die Handlung hinein gesponnen, die mitunter extrem überflüssig wirken. Weniger wäre hier oft mehr gewesen und ein wenig Feinschliff hier und da hätte auch nicht geschadet.
Über die Handlung hinweggesehen, kann man aber dennoch seine Freude an dem durch und durch irischen Kauz von einem Film haben. Das liegt zum einen an den vielen Witzen, die allesamt mindestens Schmunzelware bieten. Große Brüller gibt es zwar keine, aber allein schon das zausselige Tun der beiden Hauptfiguren kann mitunter sehr gute Laune vertreiben. Wenn Dave seinen Partner z. Bsp. darauf aufmerksam macht, dass er doch bitte nicht so viel furzen möchte während der Zeremonie, da er in letzter Zeit doch ziemlich häufig am furzen ist, dann wirkt das einfach nur ungemein komisch auf den Zuschauer. Oder wenn Dave wie versteinert in seinem Sessel sitzt, da er immer noch nicht begriffen hat, dass durch ihn gerade wirklich ein Toter gesprochen hat, ja dann kann man sich ein Kichern auch nicht verkneifen.
Und sowieso ist es auch die Zeichnung der beiden Hauptfiguren, die das ganze fusselige Treiben doch so sympathisch wirken lässt. Schon lange Zeit gab es in einem Film nicht mehr solch sympathische Anti-Helden zu betrachten wie Dave und Locky hier. Wie ein altes Ehepaar geifern sie sich mitunter an, um sich wenig später dann wieder zu vertragen. Und haben auch sonst die üblichen Wehchen und Problemchen, die man im Alter nun einmal so hat und führen diese exzellent zur Schau. Während dagegen wirklich alle anderen Figuren nur so verblassen, so hat man an den beiden Hauptfiguren wirklich durchgehend seinen Spaß.
Aber nicht nur die Figurenzeichnung erweckt Dave und Locky so wunderbar zum Leben. Auch die beiden Hauptdarsteller sind absolutes Gold wert. David Kelly und Milo O'Shea sind zwei Schauspieler-Senioren, wie sie im Buche stehen. Zu jedem Zeitpunkt ist ihr Spiel kauzig, witzig, sowie durch und durch angenehm. Ja, es ist regelrecht eine Freude den Beiden dabei zuzusehen, wie sie den ansonsten eher mauen Film doch aufzuwerten wissen. Alle anderen Schauspieler haben dagegen einfach keine Chance, zumal es ihre Figuren, wie gerade erwähnt, auch nicht zulassen. Somit sollte man sich dieses mal wirklich voll und ganz auf die Hauptdarsteller konzentrieren, denn dann kann man eigentlich nicht viel falsch machen.
Fazit: Kauziger Ganovenspaß, der zwar auf den ersten Blick mit einer ganz netten Geschichte aufzuwarten hat, beim nähren Hinschauen aber eine Handlung bietet, die man fast schon als Haarsträubend bezeichnen möchte, da einfach viel zu viele Ungereimtheiten darin stecken, als das man sich damit kritiklos zufrieden geben könnte. Dafür wurde aber viel Wert auf die beiden Hauptfiguren gelegt, die nicht nur mit einigen unglaublich großen Sympathiepunkten aufwarten können, sondern auch mit einer Menge an Schmunzelhumor, der über das sonst so dürftige Treiben hinwegsehen lässt. Dazu dann noch zwei wunderbare Hauptdarsteller und schon ist zumindest der Durchschnitt gesichert. Dennoch, da hätte mehr drauß werden können!
Wertung: 5,5/10 Punkte