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Aki ist eine Wissenschaftlerin in einer düsteren Zukunft: Die Menschheit wie wir sie kennen existiert mal wieder nicht mehr; sie lebt zurückgezogen in fest begrenzten Schutzschilden, die die fiesen Phantome fernhalten. Diese kamen per Meteorid auf unseren hübschen Erdball und sind lediglich die Geister oder Seelen ihrer einstigen Existenzform. Jetzt rauben sie dem gemeinen Menschen schon beim kleinsten Kontakt die Seele. Aki ist "befallen" von einem Phantom, doch konnte ihr Kollege Dr. Cid den Aggressor einkapseln. Nun hoffen beide durch das Auffinden sogenannter "Spirits" nicht nur Aki zu heilen, sondern die gesamte Menschheit von ihrer Pein zu befreien. Zur Seite stehen ihnen coole Soldaten, deren Anführer Gray Edwards in einer engen Beziehung zu Aki steht. Es gibt natürlich auch einen Gegenspieler: General Hein steht gar nicht auf das metaphysische Gebrabbel der Wissenschaftler und will mit destruktiveren Methoden den Phantomen zu Leibe rücken - und droht damit die Erde zu zerstören.

Der Film versucht es zu vielen Recht zu machen: Einerseits liefert er mit seinem metaphysischen Plot eine nette Hommage an die typischen Themen der Videospielreihe, verzichtet auf der anderen Seite aber auf direkte Bezüge zu den Spielen. Lediglich der Name Cid taucht auf (wird in jedem Final Fantasy mit einem Auftritt gewürdigt.) Viele Themen wie der Kontrastpunkt Wissenschaft/Übersinnliches, Existenzzweifel und die typische Romantik bilden zwar eine Brücke zu den Spielen, im Endeffekt werden Fans aber erst mit "Final Fantasy VII: Advent Children" vollwertig befriedigt.

Am besten hätte Sakaguchi-san seine Lieblingsthemen in diesem Film auch nicht ganz so intens ausgewalzt; gerade die metaphysische Ebene des Films, also das Gefasel um die Seele der Erde (Gaia) und derartiges verkommt für das Massenpublikum zum Stolperstein. Nur Anhänger japanophiler Kost und besonders tolerante Naturen kommen damit klar.

Ansonsten versucht der Film sich in das für den Videospielproduzenten Squaresoft neue Metier fast schon krampfhaft reinzuboxen: Es fällt vor allem die Prominenz der Sprecher auf (Alec Baldwin, Ving Rhames, Steve Buscemi, Donald Sutherland, James Woods) und der Plot wirkt auch erstaunlich "amerikanisiert". Das ist aber eher positiv zu bewerten, denn die Geschichte gewinnt ungemein an Alternanz. Die Klischeecharaktere verhindern größere Überraschungen, nervig ist aber nur Bösewicht Edwards, der mit seiner motivationslosen, stur-boshaften Art zu facettenarm erscheint. Aber das gab es schon zu Spielzeiten (wir erinnern und an X-Death aus "Final Fantasy V").

Die Optik ist natürlich besonders erwähnenswert, stammt doch immerhin alles aus dem Rechner. Die Charaktere und Landschaften erscheinen erstaunlich realistisch, nur bei den Animationen der Figuren ist die unmenschliche Art noch als "auffällig" zu titulieren. Ansonsten hat man die Vorzüge der Computertechnik ausreichend genutzt, um beeindruckende Aufnahmen darzustellen, die so nicht mit normalen Mitteln realisierbar gewesen wären. Lediglich das Monsterdesign verwundert: Hier wurde weder den Spielkennern noch den Unkundigen ein Gefallen getan. Die Kreaturen sehen allesamt aus wie Hologramme; ein richtiger, schleimiger Drache z.B. hätte einen intensiveren Effekt nach sich gezogen. Die Musik orientiert sich leider nicht an den Originalmelodien der Spiele, wartet aber mit einem gelungenen, westlich angehauchten Score auf.

"Final Fantasy - Die Mächte in Dir" erscheint als Kompromiss unausgereift. Den Spielkennern fehlen konkrete Bezüge und der Masse stößt die arge Metaphysik übel auf. Daneben gibt es aber genügend Facetten, die den Film einzigartig machen. Besonders die beeindruckende Optik wird einen zum Staunen bringen.

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